Richter kritisiert Veterinärbehörden
Ein Lichtblick: Der Präsident des obersten Verwaltungsgerichts Saarlouis hat nach einem Bericht der Saarbrücker Zeitung die zuständige Veterinärbehörde scharf dafür kritisiert, in einem Tierschutzskandal nicht aktiv geworden zu sein. Konkret ging es um einen Bauern, der seine Tiere verwahrlosen lies: Kot, der den Tieren bis zum Bauch stand, Ekzeme an den Körpern der Tiere und Ketten, die an den Hälsen der Tiere festgewachsen waren, gehörten zum Alltag.
»Es muss Schluss damit sein, dass man vor dem Leiden anderer Kreaturen die Augen verschließt«, wird der Präsident des Gerichts zitiert. Anstatt tätig zu werden, hatten die Amtsveterinäre lediglich Bescheide verschickt, in denen es um vergleichsweise belanglose Mängel wie fehlendes Licht um Kuhstall ging. Der Richter: »Es geht doch nicht darum, dass das Elend auch noch ausreichend beleuchtet wird. Es geht darum, das Elend zu beseitigen«.
Leider ist die häufige Untätigkeit der Veterinärämter eines der großen Probleme im Tierschutz. Oft kommt es sogar noch schlimmer, und die Veterinäre machen sich zu Gehilfen der Tierausbeuter, indem sie diese vor Kritik schützen. Wir mussten das allein in den letzten Monaten gleich drei Mal erleben: Das von uns angezeigte betäubungslose Herausreißen von Ferkelhoden bezeichneten Veterinäre als vollkommen normal, die schwer kranke Elefantendame Mausi wurde dem Circus Voyage nicht weggenommen, da es aus Sicht des Veterinäramts nichts zu beanstanden gab, und als auf der Internationalen Grünen Woche die Schweine bluteten, sahen die Amtsveterinäre ebenfalls keinen Grund zur Sorge.
Kurzum: Viel zu viele Amtsveterinäre ignorieren ihre Berufsordnung, die sie zu den Schützern der Tiere bestimmt. Lichtblicke gibt es, aber sie sind viel zu selten. Der leitende Amtsveterinär a.D. Dr. Hermann Focke hat ganze Teile seines Buchs mit Beweisen dafür gefüllt.
Welche guten oder schlechten Erfahrungen haben Sie mit Veterinärämtern gemacht? Bitte berichten Sie unten!






