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REWE-Gruppe sperrt Schweinemastbetrieb

Veröffentlicht am 3. Dez 2009

Vor zwei Tagen hat der »Verein gegen Tierfabriken« erschütternde Bilder aus einem Schweinemastbetrieb veröffentlicht, der die REWE-Gruppe in Österreich beliefert.

REWE hat daraufhin schnell gehandelt: Bis auf weiteres wird kein Fleisch mehr aus diesem Betrieb verkauft. Wenn amtliche Untersuchungen bestätigen, was anonyme Tierschützer gefilmt haben, »wird der Lieferant bis auf weiteres gesperrt werden«, so REWE in einer Pressemitteilung.

Zum einen ist das schnelle Handeln der REWE zu loben, zum anderen muss aber auch erwähnt werden, dass der besagte Betrieb in den letzten Jahren immer wieder durch Undercover-Recherchen in die Kritik gekommen ist. REWE hätte daher dem Betrieb gegenüber schon lange skeptischer sein müssen.

Außerdem sei darauf hingewiesen, dass in etlichen weiteren Ställen ähnliche Bilder entstünden, wenn Tierschützer dort regelmäßig filmen würden. Amtliche (und auch privatwirtschaftliche) Kontrollen versagen immer wieder. Um die Diskrepanz der Ergebnisse zwischen angemeldeten, offiziellen Kontrollen und unangemeldeten Besuchen von Tierschützern zu erklären, behaupten Massentierhalter inzwischen immer häufiger, heimlich gefilmte Szenen seien manipuliert. Schnell erwirken Agrarindustrielle einstweilige Verfügungen gegen Tierschützer, und wenn eine Organisation dagegen nicht vorgeht (i.d.R. weil sie die damit verbundenen Kosten scheut), wird das von den Massentierhaltern und ihren Anwälten fälschlicherweise als Beweis für Manipulationen dargestellt.

Aufgrund dieser Situation strebt die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt eine Form der Zusammenarbeit mit dem Lebensmitteleinzelhandel an, die nicht nur schnelle und harte Sanktionen gegen Betriebe ermöglicht, sondern auch Standards festlegt und effektiv kontrolliert, die deutlich über den völlig unzureichenden gesetzlichen Mindestniveaus liegen. Einige erste Schritte in diese Richtung sind getan, aber es liegt noch ein weiter Weg vor allen Beteiligten.