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QS-Jahresbericht 2009-2010

Veröffentlicht am 4. Mai 2010

qs-zentrale. Foto: tierschutzbilder.deDie QS Qualität und Sicherheit GmbH (bekannt durch das blaue Siegel, das z.B. auf vielen Fleischprodukten zu finden ist), hat ihren jüngsten Jahresbericht veröffentlicht. Wie schon im letzten Jahr prüfen wir den Bericht auf Tierschutzfragen.

Auf Seite 5 erwartete uns ein Wiedersehen mit Johann Arendt Meyer zu Wehdel, der bei QS als Fachbeirat für Geflügel tätig ist und uns im Februar wegen unseres Engagements für Veggietage in deutschen Großstädten massiv und mit schlechten Argumenten angegriffen hatte. Doch nun zum eigentlichen Inhalt des Berichts:

Wie auch schon zuvor wurde im Jahr 2009 wieder nur ein Drittel aller teilnehmenden, landwirtschaftlichen Betriebe kontrolliert. Im Umkehrschluss heißt das, dass Landwirte nur alle drei Jahre mit einer Kontrolle rechnen müssen, die zusätzlich sogar noch im Vorfeld angemeldet wird.

Dies wird ein Grund dafür sein, warum nur bei 0,06% aller überprüften Tierschutzkriterien Mängel festgestellt wurden, wobei immerhin eine Steigerung zu den 0,01% aus dem Vorjahr zu vermerken ist. Als weiteren Grund für die niedrige Quote sehen wir, dass die Kontrolleure entweder nicht sehr genau prüfen und/oder nur lasche Kriterien anlegen. Würden sie nach dem deutschen Tierschutzgesetz gehen, würden sie z.B. feststellen, dass praktisch allen Mastschweinen Teile des Schwanzes abgeschnitten werden, obwohl dies nur in Ausnahmefällen erlaubt ist. Bei solchen Kontrollen verwundert es auch nicht, dass bei den knapp 77.000 fleischerzeugenden Betrieben im QS-System insgesamt nur 74 Sanktionsverfahren eingeleitet wurden.

Im seinem Jahresbericht spricht QS viel über die angestrebte Beendigung der Ferkelkastration. Allerdings bleibt festzuhalten, dass die Initiative dafür nicht von QS kam, sondern QS auf den Druck aus der Öffentlichkeit reagierte. Wenn QS sich in Tierschutzfragen prophylaktisch und nicht reaktiv auf verhalten würde, gäbe es sehr viel mehr Baustellen innerhalb des Systems.

Insgesamt ändert sich unsere Einschätzung des Systems nicht: Es absolut ungeeignet für Verbraucher, die sichergehen wollen, dass gesetzliche Tierschutz-Mindeststandards eingehalten oder gar übertroffen werden.

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