Q-Fieber: 36.006 Tote
Nach der Schweinegrippe macht jetzt eine weitere Krankheit von sich reden, die wir wohl vor allem der Massentierhaltung zu verdanken haben: Mindestens 2.300 Menschen in den Niederlanden wurden mit dem von Ziegen übertragenen Q-Fieber (ausgeschrieben: »Query-Fieber«) infiziert – sechs davon starben.
Die niederländische Regierung reagiert mit einer großen Tötungsaktion, die heute begonnen hat. Nachdem ursprünglich 20.000 Ziegen per Giftspritze umgebracht werden sollten, wurde die Zahl nun um weitere 16.000 (gesunde) Tiere erhöht – das sind 11 Prozent aller in den Niederlanden gehaltenen Ziegen. Dabei scheint sich die Regierung nicht daran zu stören, dass sie einmal versprochen hatte, keine gesunden Tiere »keulen« zu lassen.
Während sich Teile der Ziegenmilchindustrie darüber freuen, dass durch die Tötungsaktion die Milchmenge sinkt und dadurch die Preise steigen, regt sich Kritik an der Aktion: Die Massentötung kommt einem Herumdoktern an Symptomen gleich, während die Ursachen ausgeblendet werden: Es wird kein Zufall sein, dass das Q-Fieber vor allem in den Niederlanden ein Problem ist – dem Land mit der höchsten Ziegendichte der Welt. In den Niederlanden ist die intensive Ziegenhaltung weit verbreitet. Ob das Q-Fieber in extensiven Haltungsformen (also mit Auslauf) auch zur Gefahr werden kann, ist Gegenstand aktueller Untersuchungen.
Besonders absurd erscheint die Massentötung, weil es einen Impfstoff gegen das Q-Fieber gibt. Man hätte also präventiv handeln können, denn die Krankheit ist in den Niederlanden keine neue Erscheinung. Dass dieser Schritt versäumt wurde, müssen nun bereits sechs Menschen und 36.000 Ziegen mit ihrem Leben bezahlen.
Die aktuellen Vorgänge in den Niederlanden verlängern den Schatten über der geplanten Ziegen-Massentierhaltung in Niedersachsen, gegen die Sie hier protestieren können. Mit dem Import der falschen Haltungsform werden wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch die damit verbundenen Probleme zu uns holen. Damit wird wieder klar, dass nicht nur Tiere, sondern letztlich wir alle unter der Massentierhaltung leiden.
Die niederländische Tierschutzpartei hat eine Petition gegen die »Keulung« ins Leben gerufen. Auch wenn die Tötungsaktion nicht mehr zu stoppen ist, können Sie protestieren, um der Regierung zu verdeutlichen, dass man ihr Verhalten auch in den Nachbarländern nicht toleriert (wenn Sie das erste Kästchen anklicken, wird Ihr Name veröffentlicht, wenn Sie das zweite Kästchen anklicken, erhalten Sie regelmäßige Informationen – auf Holländisch).
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