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Österreich kontra Tierschutz

Veröffentlicht am 22. Nov 2009

HandcuffsDie staatliche Repression gegen Tierschützer in Österreich nimmt immer skurrilere Züge an. Wir fassen die wichtigsten Ereignisse seit unserem letzten Bericht für Sie zusammen. Dabei stützen wir uns auf die Ausführungen des VGTs, an deren Wahrheitsgehalt wir keine Zweifel haben.

Die Tierschutz-Sonderkommission (SoKo) hat E-Mails der österreichischen TierschützerInnen ausgewertet, die z.T. mehrere Jahre alt waren. In einigen der Mails, die wohl aus dem Jahr 2005 stammten, hatten sich die Aktivisten positiv über eine Richterin geäußert, die einige TierschützerInnen in einem Verfahren über eine Jagdstörung freigesprochen hatte. Nach der Auswertung der Mails wurde die Richterin verhört, und ihr Telefon wurde angezapft.

Obwohl die SoKo ihre Ermittlungsarbeiten offiziell beendet hat, gehen Lauschangriff und Beschattungen weiter – laut VGT ist dies illegal. In einem konkreten Fall muss ein Telefonat abgehört worden sein, in dessen Verlauf sich Tierschützer verabredeten, nach illegalen Fasanerien von Jägern zu suchen.¹ Die Suche wurde von mindestens zwei Autos begleitet, die den Tierschützern ständig folgten.

Ein Künstler, der dem VGT angehört, wurde verhört, weil er mit seiner Kunst angeblich den Staat herabgewürdigt hätte.

Die SoKo hat 35.000 € für ein Gutachten ausgegeben, um nachzuweisen, dass verschiedene Bekennerschreiben vom Vorsitzenden des VGTs stammen würden. Das Gutachten wurde von einem Lehrer angefertigt, der sich selbst als Professor bezeichnet. Zwei echte Professoren und ein Doktor vom Fach haben das Gutachten nicht nur als viel zu teuer, sondern auch als vollkommen unhaltbar bewertet.

Die SoKo hat in einem Gerichtsverfahren behauptet, den Angeklagten Akteneinsicht angeboten zu haben, was die Tierschützer allerdings abgelehnt hätten. Laut VGT ist das eine glatte Lüge, die ihn dazu veranlasst hat, einen offenen Brief an die SoKo zu schreiben.

¹ Einige Jäger züchten illegal Fasane, um diese dann kurz vor der Jagd auszusetzen und so die Chancen, viele Tiere erschießen zu können, deutlich zu erhöhen.