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Öl und die Massentierhaltung

Veröffentlicht am 7. Okt 2009

oel_fl_jenny downingWas hat Öl mit der Massentierhaltung zu tun? Eine ganze Menge, wie Philip Lymbery, Geschäftsführer unserer britischen Partnerorganisation Compassion in World Farming schreibt. Wir fassen für Sie die wichtigsten Argumente in Form einer freien Übersetzung zusammen.

»Landwirtschaft ist die Verwendung von Land, um Erdöl in Lebensmittel umzuwandeln«, lautet eine provokante Definition von Prof. Bartlett von der University of Colorado. Tatsächlich werden enorme Mengen Öl und Gas als Ausgangsstoffe und Energieträger verwendet, um Dünger und Pestizide herzustellen, die zu einem großen Teil zur Produktion von Getreide eingesetzt werden.

Ein Drittel der weltweiten Getreideernte wird bereits jetzt an »Nutztiere« verfüttert – Tendenz steigend. Das Problem dabei: Im Schnitt werden 6-7 kg Getreide und andere Pflanzen benötigt, um ein kg Fleisch zu produzieren. Daher wird die Fleischproduktion auch oft als »Proteinfabrik im Rückwärtsgang« bezeichnet.

Da Futter in der Massentierhaltung der Hauptkostenfaktor ist (z.B. 60% der Gesamtkosten bei Produktion von Hühnerfleisch, bei anderen Fleischarten eher mehr), kann Fleisch nur billig bleiben, wenn die Preise für Getreide und Soja niedrig bleiben. Da der Preis für diese Futtermittel stark vom Ölpreis abhängig ist, könnten die Zeiten von Billig-Fleisch in 10-20 Jahren zu Ende gehen. Ab dann prognostizieren die meisten Energieexperten erste Engpässe in der Ölversorgung.

Die gute Nachricht ist, dass wir bis dahin noch große Fortschritte bei den pflanzlichen Fleischalternativen sehen werden – sowohl preislich als auch geschmacklich. Schon jetzt gibt es (insbesondere in den USA) rein pflanzliche Produkte, die viele KonsumentInnen kaum noch von Fleisch unterscheiden können. Ein Wandel in den typischen Konsummustern ist momentan nicht absehbar; dafür könnten aber schon bald gezwungenermaßen immer weniger Schnitzel vom Schwein stammen.

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