Neues aus den USA

Veröffentlicht am 26. Jan 2010

Im Telegrammstil berichten wir über die wichtigsten Tierschutz- und Tierrechts-Entwicklungen in den USA. Die meisten Links führen zu englischsprachigen Webseiten.

Die Tierschutzorganisation HSUS plant, ihre in Kalifornien per Volksabstimmung erzielten Erfolge (Verbot von Legebatterien, Kastenständen und Anbindehaltung) nun im Staate Ohio zu wiederholen. Das ruft die dortigen Massentierhalter auf den Plan, die eine selten dumme Strategie entwickelt haben: Sie planen, ein Bündnis mit Hundezüchtern einzugehen, die in den USA wegen der oft katastrophalen Haltungsbedingungen einen ganz besonders schlechten Ruf genießen. Wie man so die Bevölkerung überzeugen möchte, für die Erhaltung von Legebatterien & Co. zu stimmen, ist uns schleierhaft.

Die Organisation Merci for Animals hat einen Undercover-Mitarbeiter in eine Milchfabrik eingeschleust. Sehen Sie hier die Bilder:

Was man als einzelne Aktivistin erreichen kann, verdeutlicht Michelle Sass, die in Los Angeles ein Restaurant zunächst überzeugen konnte, kein Kalbsfleisch mehr zu servieren. Im nächsten Schritt überzeugte sie das Management, mehr vegane Optionen anzubieten, und inzwischen ist das Restaurant »Cruzer Pizza and Pasta« 100% vegan.

Wer nach unserem Bericht über das Kentern der »Ady Gil« noch einen letzten Zweifel hatte, ob die japanischen Walfänger wirklich für den Zusammenstoß verantwortlich waren, möge sich dieses Video anschauen, das drei verschiedene Kameraperspektiven vereint.

Gleich zwei Mal schaffte es der Fleischkonzern »Smithfield« in die Schlagzeilen: Zum einen schloss das Unternehmen ein Schlachthaus, in dem bis zu 14.000 Schweine pro Tag geschlachtet wurden, und zum anderen wurde der Konzern verurteilt, 900.000 US-Dollar Strafe zu zahlen, weil es schon vor der offiziellen Übernahme eines anderen Fleischkonzerns illegal dessen Geschäfte kontrollierte.

Zu guter Letzt hat das US-Agrarministerium zwei große Rückrufaktionen von Fleischprodukten durchführen müssen: Knapp 400.000 kg Rindfleisch waren mit E. coli belastet und wurden ausnahmsweise zurückgerufen, bevor das Fleisch konsumiert wurde. Und jetzt, nur eine Woche später, ruft das Ministerium über 550,000 kg Salami zurück, die mit Salmonellen belastet sind. Das verantwortliche Unternehmen leugnet auch jetzt noch alle Schuld – obwohl das Gegenteil bereits bewiesen ist. Es wird nun verklagt werden.

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8 Kommentare | Zum Kommentarfeld»

  1. Zu Ady Gil
    In den Foren von Spiegel Online etc liest man häufig, dass Paul Watson nicht besser als ein Terrorist sei & das Schiff sich mit Absicht rammen lassen hat. Echt traurig. Manchmal habe ich das Gefühl als würden sich Menschen die sich für den Tierschutz engagieren, verteidigen müssen – obwohl es eigentlich selbstverständlich sein sollte (wie Menschenrechte).

  2. So, ist es. Die Bezeichnung Paul Watsons als Terroristen habe ich in diesem Zusammenhang auch sehr häufig gehört und konnte es kaum glauben. Die Wahrheit möchte einfach niemand hören. Und Tierschutz zu kriminalisieren ist natürlich schön bequem.

  3. Aber man muss bedenken, dass viele “Tierschutzgegner” in Internetforen überrepräsentiert sind: In der Bevölkerung sieht es in Wirklichkeit nicht so schlimm aus.
    Ich weiß auch nicht, was diese Leute antreibt (welcher normale Mensch macht sich die Mühe, ins Internet zu gehen und regelmäßig für die Rechtlosigkeit von Tieren zu plädieren), aber sie sind in Wirklichkeit unbedeutend. Nur diejenigen, die damit Geld verdienen haben leider noch Macht und Einfluss.

  4. Ich weiss langsam nicht mehr was ich noch dazu sagen soll. Es sollte eigentlich normal sein Tiere zu schützen und im Einklang mit ihnen und der Natur zu leben. Da müssen sich dann Menschen die das aus Überzeugung tun ,auch noch beschimpfen lassen. Traurig aber wahr,leider.

  5. Die Grausamkeit gegen die Tiere
    und auch schon die Teilnahmslosigkeit
    gegenüber ihren Leiden
    ist meiner Ansicht nach
    eine der schwersten Sünden der Menschheit.
    Sie ist die Grundlage der menschlichen Verderbtheit.
    Wenn der Mensch so viel Leiden schafft,
    welches Recht hat er dann,
    sich zu beklagen,
    wenn auch er selber leidet?

    Romain Rolland (1866-1944):

  6. Den Worten Rollands, die Mira hier so wunderbar zitiert hat, kann ich mich nur anschließen.

    Paul Watson und viele, viele andere Tierschützer und Tierrechtler sind für mich Helden.

  7. Wenn man das Video aus der Milchfabrik sieht,
    könnte man leicht vergessen, soetwas nur mit friedlichen zu bekämpfen!

  8. Sicherlich sind diese sonderbaren Kommentare derer, die es ok finden Tiere leiden zu lassen zum angeblichen Nutzen von was oder wem auch immer, bedenklich. Doch ist es für jemanden wie mich, die schon über 50 Jahre alt ist, wie ein Wunder, das überhaupt etwas getan wird, und das es so etwas wie diese Stiftung gibt. In meiner Kindheit was schon ein Gespräch über z.b. Schlachtung unmöglich.

    Diese Entwicklung möge wachsen und weitergehen, voller Kraft und Freude. So kann eine Zukunft auch für die Tiere stattfinden.

    Petra

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