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Menschenfleisch-Restaurant in Berlin

Veröffentlicht am 27. Aug 2010

Pressemitteilung

In Berlin soll angeblich ein Restaurant entstehen, in dem Menschenfleisch angeboten wird. Während noch unklar ist, ob es sich um ein echtes Vorhaben handelt, ist der Betrieb eines solchen Restaurants juristisch nur schwer angreifbar.

In Zeitungsannoncen und im Internet wird seit einiger Zeit für die Eröffnung eines Menschenfleisch-Restaurants in Berlin geworben. Dazu werden Personen gesucht, die bereit sind, ihr Muskelgewebe oder ganze Körperteile zu spenden.

Dieses groteske Vorgehen ist nach einer Analyse der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt juristisch nur schwer angreifbar: Es ist in Deutschland nicht verboten, sein Muskelgewebe zum Zwecke des Verzehrs zu spenden. Auch der Verzehr dieses Fleisches stellt keine Straftat dar. Die Betreiber könnten nur nach dem Ordnungswidrigkeitengesetz wegen Belästigung der Allgemeinheit geringfügig bestraft werden. Zudem könnte der Betrieb des Restaurants als sog. Verstoß gegen die öffentliche Ordnung verboten werden. Sollte der Verzehr des Fleisches allerdings zukünftig so organisiert werden, dass die Öffentlichkeit davon nichts erfährt, greifen auch diese Hebel nicht.

Unabhängig von der Echtheit des Restaurants fordert die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt einen breiten öffentlichen Diskurs über den Fleischkonsum jeder Spezies. »Auch wenn wir den Verzehr von gespendetem Menschenfleisch ablehnen, sollte sich jeder bewusst sein, dass das Fleisch von Hühnern, Schweinen und Rindern nicht nur unfreiwillig, sondern in der Regel auch unter großen Qualen für die Tiere produziert wird«, erläutert Wolfgang Schindler, Präsident der Stiftung. »Wir bitten jeden, sich ernsthaft darüber Gedanken zu machen, ob nicht jede Form des Fleischkonsums abzulehnen ist.«

Nachtrag (02.09.2010): Was es mit dieser PR-Aktion wirklich auf sich hatte, erfahren sie hier.