Massenschlachtung vorgeschlagen
Kaum spricht die EU-Kommission davon, dass die Menge der »produzierten« Milch ein Problem ist, wittert Helmut Born, Generalsekretär des Bauernverbands, eine Gelegenheit, und fordert 750 Millionen Steuergelder, um die Schlachtung von 1,5 Millionen Milchkühen zu subventionieren. Damit könne man der Milchindustrie einen »Kick« geben.
Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt ist sowohl über diese Forderung als auch über das von Herrn Born verwendete Vokabular entsetzt. Damit zeigt der Bauernverband sein wahres Gesicht: Tierschutz scheint trotz anders lautenden Beteuerungen keine wirkliche Rolle zu spielen. Wer bereit ist, den Tod von 1,5 Millionen Tieren für einen finanziellen Kick in Kauf zu nehmen, sollte noch einmal in sich gehen.
Wir haben sofort Kontakt zum Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) aufgenommen, um unseren Sorgen Ausdruck zu verleihen und zu erfragen, ob es eine offizielle Position zum dem Massenschlachtungs-Verstoß gibt. Eine Stunde später rief eine Sprecherin zurück und ließ uns wissen, dass Bundesministerin Ilse Aigner den Vorschlag ablehnt. Zum einen sehe sie in den Schlachtungen keine Lösung in der Sache und zum anderen habe sie tierschutzrechtliche Bedenken.
So sehr wir die Politik des BMELV in vielen Punkten kritisieren: Wir freuen uns, dass hier den Forderungen der Agrarindustrie offensichtlich nicht nachgekommen werden wird.






