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Lobbying der Fleischindustrie

Veröffentlicht am 26. Aug 2009

lobbyisten_fl_darin-barryHaben Sie sich schon einmal gefragt, wie die Massentierhaltungsindustrie es schafft, dass so viele ihrer politischen Forderungen erfüllt werden? Es ist schon beeindruckend, wenn es Unternehmen schaffen, ungestraft die Umwelt zu verschmutzen, die Gesundheit der Bevölkerung aufs Spiel zu setzen, Tiere zu quälen UND Subventionen aus Steuergeldern zu erhalten?

Ein Teil des Rätsels Lösung heißt »Lobbying«: Das gezielte Beeinflussen politischer Entscheidungsträger. Und das lässt sich die Fleischindustrie einiges kosten. Wie das Finanzmagazin Forbes berichtet, hat allein Tyson Foods, ein Schwergewicht unter den US-amerikanischen Fleischproduzenten, in den Monaten April, Mai und Juni 2009 stolze 638.000 US-Dollar investiert, um Politiker zu dem zu überreden, was sich das Unternehmen wünscht: lasche Umweltgesetze und Kennzeichnungspflichten, großzügige Steuergutschrften und Exportsubventionen sowie geringe Kosten für Arbeitskräfte (die US-Fleischindustrie ist bekannt für ihre schlechten Arbeitsbedingungen und hohen Unfallraten).

Auch in Deutschland geht die Agrarlobby in einigen Ministerien ein und aus. Besonders verrückte Forderungen werden zwar manchmal abgeleht, aber insgesamt kann sich auch die deutsche Massentierhaltungsindustrie, angeführt vom Deutschen Bauernverband, nicht beschweren, wenn es darum geht, von der Politik gehätschelt zu werden. Insbesondere CDU/CSU und FDP (zunehmend auch SPD) erfüllen oft und gerne die Wünsche unserer Gegner.