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Lebendrupf von Gänsen aufgedeckt

Veröffentlicht am 8. Jul 2009

gaenseUnsere befreundete Organisation Vier Pfoten hat aufgedeckt, wie in Niedersachsen lebenden Gänsen vollkommen ohne Betäubung maschinell die Federn herausgerissen wurden.

In einem längeren Telefongespräch mit uns hat die Geschäftsführerin des Verbands der Deutschen Daunen- und Federnindustrie e.V. (VDFI) das Handeln der Verantwortlichen verurteilt. Ihr sei kein Verbandsmitglied bekannt, das Federn dieses Betriebs beziehen würde. Die Firma sei ein »absolutes no go«. Andere Kreise behaupten allerdings das Gegenteil.

Die Geschäftsführerin hat weiterhin den Wunsch geäußert, sich mit uns an einen Tisch zu setzen, um Verbesserungen durchzusetzen. In diesem oder im nächsten Monat wird daher ein Treffen zwischen Albert Schweitzer Stiftung und VDFI stattfinden (siehe dazu Nachträge).

Verbraucher möchten wir darauf hinweisen, dass es nach unserem Kenntnisstand keine Möglichkeit gibt, beim Daunenkauf sicher gehen zu können, keine Daunen aus Lebendrupf zu beziehen. Außerdem ist die übliche Bezeichnung von Daunen als »Nebenprodukt« der Gänsemast kritisch zu sehen, da die Daunen schlichtweg einen Teil des Profits der Mäster ausmachen. Somit ist der Daunenkauf fast immer auch eine Unterstützung der Mast.

Nachtrag (10.07.09): Die Gänsezucht Schwerk hatte die Rupf-Aktion zunächst damit gerechtfertigt, dass es darum ging, eine Penisinfektion bei den Tieren besser zu erkennen. Vier Pfoten konterte, dass nur ein Bruchteil der Gänse männlich gewesen sei und forderte den Bundesverband der bäuerlichen Gänsehalter (BBG) auf, Schwerk aus dem Verband auszuschließen. Dieser Forderung kam Schwerk schließlich selbst zuvor, indem er sein Vorstandsmandat niederlegte und aus dem BBG austrat.

Nachtrag (17.07.09): Gegenüber dem Chef der Firma Schwerk wurde ein Tierhalteverbot ausgesprochen. Wir gratulieren Vier Pfoten zu diesem Erfolg. Es besteht allerdings die Gefahr, dass die Firma von anderen (evtl. von Familienmitgliedern) fortgeführt wird, ohne dass sich die grundlegenden Dinge ändern.

Nachtrag (27.07.09): Wir haben dem Dauenenverband inzwischen mitgeteilt, dass wir einen vollständigen Verzicht auf Federn lebender Tiere fordern. Ein weitestgehend schmerzfreies Raufen (Auskämmen der Federn, wenn sie ausfallen) ist aus unserer Sicht kaum durchführbar. Wenig später wurden wir gebeten, das Treffen auf Oktober zu verschieben.

Nachtrag (08.11.10): Der Daunenverband hat sich nie wieder bei uns gemeldet. Die Verantwortlichen erhielten kleine Geldstrafen.

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