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Kampf um Tierschutz in Ohio

Veröffentlicht am 3. Feb 2010

Im US-Staat Ohio bahnt sich ein Kampf um strengere Tierschutzgesetze an, der sowohl Tierschützer als auch Tier»nutzer« mehrere Millionen US-Dollar kosten wird.

Wie schon im Jahr 2008 in Kalifornien werden unsere Freunde von der HSUS (die größte Tierschutzorganisation der USA) zusammen mit weiteren Organisationen eine Volksabstimmung ins Leben rufen, bei der es darum geht, folgende Tierquälereien gesetzlich zu verbieten: Die lebenslange Anbindehaltung für Kälber, die Kastenstände und Abferkelkäfige für Muttersauen, Legebatterien für Hühner, die Strangulation als Tötungsmethode sowie den Schlachttransport von Tieren, die so geschwächt sind, dass sie selbst nicht mehr laufen können.

Während Tierschützern die meisten Punkte bekannt sind, werden sich viele über die Strangulation als Tötungsmethode wundern. Wir mussten erfahren, dass in Ohio ein Schweinemäster kranke und andere nicht gewollte Tiere im wahrsten Sinne des Wortes erhängt hat. Ein Undercover-Tierschützer filmte diese unglaublichen Szenen und erstattete Anzeige. Ergebnis: ein Freispruch für den Mäster. Der Richter sah keine gesetzliche Grundlage, um dieses Vorgehen zu bestrafen. Die Agrarlobby bezeichnete das Urteil als »riesigen Sieg«. Wer der Meinung ist, dass Teile der deutschen Agrarindustrie besonders schändlich handeln, dessen Vorstellungskraft wird von den Geschehnissen in den USA regelmäßig überfordert. Das gilt insbesondere für den Staat Ohio, der wohl die schwächsten Tierschutzregelungen im ganzen Land hat.

Um die Volksabstimmung zu initiieren, müssen die Tierschützer zunächst 403.000 gültige Unterschriften von Wahlberechtigten BürgerInnen aus Ohio sammeln. Danach wird ein Kampf um die öffentliche Meinung ausbrechen: Mit teuren Werbekampagnen wird die Agrarindustrie versuchen, die Wähler in die Irre zu führen. Sie wird u.a. in TV-Spots behaupten, dass die jetzigen »Produktionsbedingungen« von Fleisch, Milch und Eiern tierfreundlich und hygienisch seien. Sie wird weiterhin den Eindruck erwecken, die Tierschützer würden mit ihrer Kampagne tausende Arbeitsplätze riskieren, die Lebensmittelpreise in unvorstellbare Höhen treiben und die Lebensmittelsicherheit aufs Spiel setzen.

Um dagegen zu halten, werden auch die Tierschützer ein siebenstelliges Budget aufstellen müssen. Neben dem Schalten von Werbekampagnen werden sie Infostände besetzten und sogar von Haus zu Haus gehen, um die Wähler zu überzeugen, für einen Fortschritt in der Tierschutzgesetzgebung zu stimmen.

Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt wird Sie selbstverständlich laufend über den Fortgang der Kampagne informieren. Sollten Sie unseren kostenfreien Tierschutz-Newsletter noch nicht abonniert haben, können Sie dies hier nachholen.

Nachtrag (03.07. 2010): Unsere KollegInnen hatten Erfolg!