Der Kampf gegen die Käfighaltung in den USA
In Deutschland konnten wir gemeinsam mit anderen Tierschutzorganisationen erreichen, dass der Anteil der Käfighaltung von 87% im Jahr 2000 auf rund 10% (»Kleingruppen«-Käfige) im Jahr 2010 gefallen ist. Dieser Kampf beginnt in den USA gerade erst. Jenseits des Atlantiks müssen noch praktisch alle Hennen ihr Dasein in Legebatterien fristen – unter Bedingungen, die meist noch schlechter sind als sie es hierzulande waren.
Die »United Egg Producers«, die wichtigste Lobbygruppe der Hennenhalter in den USA, wehren sich mit aller Macht gegen jede noch so kleine Reform. Weiterhin entwickeln sie Maßnahmen gegen unliebsame Tierschützer, die immer wieder Jobs bei Eierproduzenten annehmen und dann über mehrere Tage und Wochen hinweg mit versteckter Kamera die Missstände dokumentieren. Die jüngste Idee der Käfigbetreiber: Neue Arbeiter sollen sich vertraglich verpflichten, Missstände sofort ans Management zu melden. Dabei geht es nicht darum, sich besser um die Tiere zu kümmern, denn die Meldungen sollen gar nicht stattfinden. Die List: Da die Auswertung von Videomaterial oft mehrere Wochen oder gar Monate dauert, wollen die Hennenhalter die Undercover-Filmer im Nachhinein dafür verklagen, dass sie sich nicht an ihre Verträge gehalten haben.
Nicht davon abschrecken lassen haben sich unsere Freunde von der HSUS, die bei zwei der drei größten US-Eierproduzenten angeheuert und ausgiebig gefilmt haben:
Die Reaktionen der Käfiglobby sind geradezu grotesk: Während der eine Produzent, Rembrandt Enterprises, per Lippenbekenntnis belobigt, den Vorwürfen nachzugehen, behauptet der zweite Produzent, Rose Acre Farms, die Bilder seien gefälscht bzw. gestellt worden – in Wirklichkeit gehe es den Tieren wunderbar. Eine Erklärung wie es möglich sein soll, Szenen mit tausenden kranken und leidenden Hühnern zu stellen, blieb der Konzern allerdings schuldig. Die gute Nachricht ist, dass sich die Medien von solchen Falschmeldungen kaum irritieren lassen und viele Verbraucher endlich die Wahrheit über die Herkunft von Eiern erfahren – der Durchschnittsamerikaner weiß noch erschreckend wenig über die industrielle Massentierhaltung.
Auch wenn es frustrierend ist zu sehen, dass der Kampf gegen die Käfighaltung in den USA noch am Anfang steht, ist schon jetzt abzusehen, dass unsere amerikanischen Freunde Erfolg haben werden: In den Staaten Kalifornien und Michigan werden Legebatterien in den nächsten Jahren verboten und Wal-Mart, die größte US-Supermarktkette, hat kürzlich beschlossen, keine Käfigeier mehr unter seiner Eigenmarke zu verkaufen. Die Liste der kleinen und großen Erfolge wächst stetig.
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