Infostände

Veröffentlicht am 15. Okt 2009

infostand-angela thrustWir wollen in Zukunft (angehenden) Tierschutz-Aktivisten noch besser helfen, das Meistmögliche für die Tiere zu erreichen. Der erste Leitfaden, den wir herausgeben, wird sich mit dem Thema »Infostände« befassen.

Das Besondere: Ihre Erfahrungen werden eine wichtige Grundlage bilden. Daher fragen wir Sie: Was funktioniert besonders gut, was machen Sie inzwischen besser als früher?

Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns zu einem Thema oder mehreren Aspekten rund um den Infostand, indem Sie kurze Texte, längere Berichte, oder auch Internetlinks zu Fotos oder anderen Webseiten hinterlassen. Insbesondere freuen wir uns über Beiträge zu folgenden Themenbereichen:

  • Die Unterlage: Mit welchen (Tapezier-)Tischen, Bierbänken usw. haben Sie gute und schlechte Erfahrungen gemacht?
  • Das Drumherum: Sinn und Unsinn von Tischdecken und Dekomaterial
  • Das Infomaterial: Von welchen Organisationen? Wie viel? Bezugsquellen?
  • Interessenten motivieren: Wie bekommt man Leute dazu, keinen großen Bogen um den Stand zu machen?
  • Verhalten am Stand: Tipps zur Ansprache, Diskussion, Vorgehen bei Meinungsunterschieden und frechen Sprüchen.

In den nächsten Wochen werden wir einen Leitfaden zusammenstellen und an dieser Stelle veröffentlichen, der zu einem großen Teil auf Ihren Erfahrungsschätzen beruht.

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13 Kommentare | Zum Kommentarfeld»

  1. Nun meine Idee – die ich allerdings noch nicht ausprobiert habe – wäre z.B. Alternativen zum Verkauf anzubieten. Zum Beispiel Grünkernbratlinge – oder zumindest Rezepte für fleischfreie gesunde Nahrung.
    “Möchten sie einmal etwas Vegetarisches probieren?” könnte eine Aufforderung sein, die den Einen oder Anderen Skeptiker anspricht.

  2. Aus meinem bisher ersten eigenen Infostand habe ich gelernt:
    -Tapeziertische sind nicht so gut geeignet (für mich!), ein runder oder ovaler Tisch mit Durchmesser 160-180 cm ist ansprechender.
    -Zwei bis drei Themengebiete reichen zur Präsentation auf dem Tisch, alles andere kann/ sollte griffbereit und nicht einsehbar unter dem Tisch liegen.
    -Wichtig ist ein ordentliches, sauberes Erscheinungsbild auf dem Tisch und gut informierte “Mitstreiter” drum herum.
    -Eine “Tischdecke” (Bettüberwurf ist optimal!) in der evtl. Vereinsfarbe (helle, freundliche Farben sind von Vorteil) hat Wiedererkennungswert und gibt ein ansprechendes Äußeres ab.

  3. Stichwortartig:
    * Themenaufhänger und passende Deko
    * TV (mit Video in Dauerschleife o.ä.), da Bewegtbilder mehr anziehen und zum Diskutieren einladen als ein Flyer
    * Ggf. knackige Plakate oder Transparente
    * Wir hatten bei Provieh oft ein Glücksrad dabei, das lockt Kinder und deren Eltern. Man muss sie dann “nur” noch ansprechen….
    * Keine Materialschlacht,. weniger übersichtlich ist mehr
    * Besser Leute aktiv ansprechen als hinter dem Tisch verschanzen.
    * Stehtische für ausführlichere Diskussionen und Gespräche am Rand
    * Geschultes Personal, optimalerweise mit Wiedererkennungswert (z.B. Jacke mit Vereinslogo)
    * Sachdiskussionen bis zu einem gewissen Grad gerne (drei Stunden Manpower für Diskussion mit konventionellem Hühner-Mäster bringt aber auch nur bedingt was…), Störer und Pöbler habe ich immer recht schnell ignoriert oder auch mal des Standes verwiesen
    * Unterschriftenlisten eignen sich auch gut, um Adressen zu sammeln für spätere Mailings etc. (Achtung! Einverständnis des Unterschreibenden vorausgesetzt!)

  4. Wenn ich einkaufen gehe, dann ist das häufig mit Stress verbunden und da fehlt es mir gerade noch, wenn mich jemand von der Seiten anspricht mit: “Sind sie ein Tierfreund?”. Durch diese rhetorische Frage wird man gezwungen, Farbe zu bekennen und ich weiss nicht, ob man das vor fremden Leuten und in aller Öffentlichkeit tun muss. Genauso könnte man mich fragen: “Welche Partei haben Sie gewählt?”
    Stände bei Veranstaltungen (villeicht mit leckeren Gerichten) oder vor Geschäften, die Pelze verkaufen, find ich OK, aber so auf dem Bürgersteig – finde ich nicht so gut.

  5. Hallo zusammen,

    ich habe zwar noch nie bei so einem Infostand mitgearbeitet, möchte aber mal meine Erfahrungen als “normaler” Verbraucher bzw. aus meiner Arbeit im Marketing wiedergeben:

    Ich weiß nicht, ob allen aktiven Tierschützern bewusst ist, dass sie selbst und die Infostände generell eher ein negatives Image haben – “die Spinner, die als Hühner verkleidet Leute in der Fußgängerzone anquatschen…”.
    Bevor ich mich für den Tierschutz interessiert habe, ging es mir ehrlich gesagt auch so – im Fernsehen sah man Aktivisten mit zweifelhaften Aktionen und in der Fußgängerzone wurde man angequatscht, zum Stand gedrängt, bekam im Schnelldurchgang auswendig gelernte Sätze unverständlich runtergeleiert und in einem verdreckten, alten Ordner schlecht erkennbare Bilder gezeigt – pro Seite etwa 5 Sekunden.
    Da versteht keiner, um was es geht!

    Um glaubwürdig zu wirken und Menschen von den Vorhaben der Organisation zu überzeugen, sollte man sich darum bemühen, nicht als Spinner abgestempelt zu werden, sondern seriös zu wirken.
    Dafür gilt es erst einmal, veraltete Images loszuwerden, z.B. sich nicht selber lächerlich machen und im Hühner-/Kuh-/Schweinekostüm herumlaufen.
    Dann sollte man sich neue Claims überlegen – so was wie “Stoppt Tierquälerei” ist abgedroschen und lässt niemand mehr aufhorchen. [Nebenbei bemerkt: Autoaufkleber "ich bremse auch für Tiere" haben inzwischen auch ein negatives Image. Cooler fände ich z.B. "Ich bremse nur für Vegetarier" :-). Hauptsache, die Menschen machen sich mal Gedanken).

    Weitere Vorschläge, um Aufmerksamkeit zu erregen: Ein möglichst lebensgetreues Modell von einem Huhn basteln, in einen Käfig der Größe von Hühnern in Käfighaltung setzen. Daneben schreiben, was das zu bedeuten hat. Und konkret benennen, was Verbraucher dagegen tun können + mit Bildern zeigen, in welchen Produkten (Käfig-)eier enthalten sind, z.B. konkret Bahlsen-Kuchen + Butterplätzchen. [Klingt vielleicht absurd, aber viele Leute kaufen z.B. keine Käfigeier, aber Fertigkuchen, Schaumküsse... , weil sie sich keine Gedanken machen / sich nicht bewusst sind, dass dort auch Eier drin sind. Die meisten könnten auch nie selber ein Tier umbringen. Die Beziehung zwischen dem Stück Fleisch auf dem Teller und dem ehemaligen Lebewesen bekommen viele nicht hin - und wollen das auch nicht].
    Oder mal ein paar lebendige männliche Küken mit zum Infostand nehmen und Bilder zeigen, wie solche jeden Tag in Massen getötet werden?

    Bewegte Bilder finde ich auch gut, das wird aber aus Preisgründen oft nicht zu bewerkstelligen sein. Bleiben nur großformatige Bilder. Diese sollten auch für Leute zu sehen sein, die nicht an den Infostand kommen. Die meisten Menschen haben etwa noch nie einen Stall von innen gesehen – und wissen nicht, wie es Hühnern in Massentierhaltung, Säuen in Einzel-Ständern, in denen sie sich nicht einmal umdrehen können und Kühen in Anbindehaltung geht. Dazu hard facts, z.B.: “60% der Kühe in Bayern leben in Anbindehaltung!”. Und am Besten gleich Vorschläge dazu, was die Verbraucher dagegen tun können.
    Was auch Aufmerksamkeit erregen dürfte, ist ein konventioneller Käfig für Kaninchen/ Meerschweinchen, wie er in vielen Haushalten der Regelfall für die Haltung dieser Tiere ist. Dort sollte natürlich dann der Hinweis nicht fehlen, dass diese Käfige viel zu klein sind. Die Menschen sollen ruhig ein schlechtes Gewissen bekommen – und zwar alle Passanten und nicht nur die, mit denen letztendlich gesprochen wird.
    Ich denke, dass auch Flyer in einem Ständer ein paar Meter vom Infostand entfernt gerne mitgenommen werden – viele wollen einfach nicht zugelabert werden (natürlich sollte dann nicht dahinter jemand lauern, um potenzielle “Neukunden” doch noch zu “kriegen”). Und es ist ja auch ein Erfolg, wenn die Leute nicht spenden, sondern über ihr Verhalten nachdenken und ggf. was daran ändern.

    Wichtig für potenzielle Unterstützer/Spender ist auch, zu wissen, was mit dem Geld geschieht. Ist es eine Investition in die nächste Packung Zigaretten des Gesprächspartners von der Organisation oder geht es in ein konkretes Projekt für den Tierschutz? Darüber sollte der Spender dann auch im Nachhinein auf dem Laufenden gehalten werden! Hilfreich und günstig sind hier natürlich Newsletter wie die der Albert Schweitzer Stiftung.

    Schön ist auch, wenn den Leuten ein aufschlussreicher Flyer mit auf den Weg gegeben wird, den sie sich nochmal in Ruhe durchlesen können – und nicht nur mit einem Bild drauf und maximal 2 Sätzen. Es gibt z.B. viel Gründe für eine vegane Ernährung. Wenn diese erklärt sind, sollte den Leuten aber auch aufgezeigt werden, dass man sich als Veganer nicht von Gras ernährt und dass es nicht so schwierig ist, wie viele denken. Wie wär´s z.B. mit ein paar veganen Rezepten? Rezepte kommen bei den meisten Leuten gut an und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass der Flyer nicht gleich im Papierkorb landet. Am Besten Rezepte ohne Soja/Tofu etc., einfach was ganz normales, z.B. gebratene Nudeln, Pizza, Lasagne und vielleicht ein Verweis auf rezeptefuchs.de.

    Um die Leute anzusprechen, empfiehlt es sich, deutlich und langsam zu sprechen. Besonders wenn man als Passant nicht darauf gefasst ist, dass man von der Seite angesprochen wird, versteht man sonst nicht, was gesagt wird. Ein schönes Beispiel als Anrede (was aber wohl nicht bei allen Infostand-Mitarbeitern geht – habe dazu erst gestern einen fleischfressenden Aktion Tier-Mitarbeiter befragt) wäre z.B. “darf ich Ihnen kurz erklären, warum ich Veganer/Vegetarier bin”?

    Und man sollte besser nicht versuchen, um jeden Preis schnell eine Unterschrift für eine Mitgliedschaft bei den Menschen zu bekommen, sondern sich Zeit nehmen, damit die Leute auch verstehen, für was sie spenden sollen. Dann ist auch die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie am Ende nicht spenden wollen. Schön ist es auch immer, wenn man ins Gespräch eingebunden wird – z.B. “haben Sie Haustiere?”, “haben Sie schonmal Rinder in Anbindehaltung gesehen”? Und immer alles schön langsam und deutlich…

    Zu guter Letzt einen herzlichen Dank an alle, die sich die Zeit nehmen und sich so viel Arbeit mit den Infoständen machen!!!

  6. Kleidung:
    Ich finde es wichtig, dass an Infoständen nicht mehr länger das Klischee des in schwarz gekleideten Tierrechtlers bedient wird. Klar, ich hab auch den einen oder anderen dunklen Pulli, aber gerade am Infostand sollte die Wahl der Kleidung eher richtung “wir freundlichen / fröhlichen Veganer” gehen und Assoziationen zum schwarzen Block der Demo vermeiden werden.

    Flyer:
    Eine gute Mischung aus schockenden Flyern mit eindeutigem Bildmaterial und “Lifestyle”-Broschüren mit Alternativen und Rezepten finde ich gut. Tolle Idee der Tierrechtler hier in Stuttgart ist der Vegan-Guide (ein kleiner Falt-Flyer), der aufzeigt, welche Restaurants, Shops etc in der Stadt vegane Produkte, Kosmetik und Take-Away-Food anbieten. So wird einem der Umstieg erleichtert bzw. Alternativen aufgezeigt.

  7. An “MS” vom 17.11.2009
    Vielen Dank für Deine Tipps. Ich habe sogar richtig Spass beim Lesen gehabt. Du wohnst nicht zufällig in Stade und hast Lust bei der “Initiative Haustierrechte” mitzumachen?

    Wir hatten Plakate von der Massentierhaltung, von “Pelztieren” aus Zuchtfarmen und von Tieren im Tierversuch….und die Menschen haben weggesehen um nicht unangenehm konfrontiert zu werden.
    Vielleicht sind diese Konfrontationen eher negativ und bewirken Abschreckung und ein radikales Image? Kann mir jemand einen Tipp geben?
    Und wie sieht es überhaupt mit den Plakaten aus, wenn sie zu grausam sind – sind sie trotzdem erlaubt?

  8. Ich persönlich komme mit Tapeziertischen wunderbar zurecht – und man kann sie gut transportieren.
    Aufsteller und Plakate rund um den Info-Tisch, damit man von weitem gesehen wird.
    Nicht schmuddelig gekleidet sollte man sein, natürlich ebenso wenig nach Knoblauch oder sonstiger Fahne riechend… düster? Wenns passt… z.B. bei ner Totenwache. Aber eher nicht abschrecken!
    Gegen das wegfliegen der Flyer eignen sich ein paar vegane Produkte wie Soja-Milch-Päckchen, Tofus, Kerzen (Achtung, Auflagen!), Ständer oder Gummiringe.
    Verkostung – von Sojamilch über kl. Köstlichkeiten kommen immer gut an!
    Störenfriede – am besten nicht mit Diskutieren anfangen – wertvolle Zeit geht verloren!
    Ggf Argumente vorbereiten – um Fleischesser oder Pelzkonsummenten frdl. aber bestimmt zu konfrontieren – denn viele von ihnen konnen grausame Bilder gar nicht sehen – sollten sie aber.
    Nerven behalten, die Arroganz der Menschen und ihr Selbstverständnis, das Tiere für sie zu sterben haben, kennt schier keine Grenzen…
    Jeder Infostand ist sinnvoll, da Aufklärung in Schulen und über die Medien kaum funktioniert, sogar gezielt vertuscht wird. Und seit Internet (=Konsumtempel) gehen in der Info-Flut echte Infos in Produktwerbung unter.
    Flyer müssen sauber, ungeknickt und unaufgequollen angeboen werden – beim Flyern bei Regen am besten von unten nehmen :-)

  9. Stimme MS voll und ganz zu!

  10. Hey hey :)

    kommt hier jemand zufällig aus Koblenz und hat Lust und Motivation mit mir (Studentin,22)einen Infostand aufzustellen?? Ich wohne hier noch nicht lange und habe noch keine “Gleichgesinnten” getroffen.

    Bei Interesse: amy345656@aol.com

  11. Für mich waren Tapeziertische – mit einem weißen Tuch bedeckt – immer gut, wobei ich mir durchaus vorstellen könnte, dass 2-3 kleinere, runde Stehtische mit Sonnenschutz :) eine entspanntere Atmosphäre machen könnten.

    Infomaterial: weniger ist mehr… und pro Themenbereich mindestens eine Person, die sich “richtig gut auskennt”.

    Bildmaterial: Vorschlag: “gut und böse” – d.h.: ein Doppelbild, das Tiere in ihrer natürlichen Umgebung + glücklich darstellt und ein Foto, welches die Tiere so zeigt, wie der Mensch mit ihnen umgeht. Oder vielleicht auch so ein “vorne + hinten”-Bild, welches man drehen oder aufklappen kann. Meiner Meinung nach könnten diese Aufnahmen schon recht groß und sehr schön gemacht (also auch ein wenig teurer) sein, denn letztendlich sagen Bilder mehr wie 1000 Worte… und wie oben schon erwähnt, wird es auch von Leuten gesehen, die weiter weg sind und nicht zum Stand kommen wollen. Vielleicht sind die Bilder Leinwand auf Keilrahmen geeignet?

    Auch erinnere ich mich, dass es durchaus einige Menschen gibt, die interessiert sind bzw. wären, aber nicht angesprochen werden wollen. Die setzen sich das lieber daheim “im Stillen” mit dieser Thematik auseinander. Und sobald man denen mit einem Gespräch, einer Mitgliedschaft oder Spenden kommt, sind sie weg. Besser wäre es wohl, wenn man jemanden in paar Schritten Entfernung stehen sieht, kann man mit: “Darf ich Ihnen ein paar Informationen mitgeben?” den größten Erfolg haben.

    Im Inhalt der Flyer müssen auch meiner Meinung nach unbedingt einfache Alternativen aufgezeigt werden. Vielleicht sogar ein Preisvergleich: vegane/vegetarische Produkte aus dem Supermarkt und aus dem Bio-Laden. (Mir kommt es oft so vor, als wären die Unterschiede gar nicht (mehr) so groß….)

    Und auch wenn all dieses Themen buchstäblich todtraurig sind, so hilft oftmals ein Lächeln um Menschen für “die Sache” zu gewinnen. Wir wissen wohl alle, dass sich niemand wirklich gerne all diese Bilder ansieht oder Tierversuchsbeschreibungen liest…

    Saubere Infos, gewaschene Menschen mit sauberer Kleidung halte ich für selbstverständlich ;)

  12. Hallo,
    ich habe durch meine Tätigkeit in Umweltschutzorganisationen ein bisschen Erfahrung.
    Was auf alle Fälle sehr wichtig ist, dass der Stand, sowie die informierenden Personen ansprechend, das heißt gepflegt, aussehen. Die dehydrierte Mörchenzeit ist vorbei! Ich nehme schlampige Menschen nicht ernst, so geht es vielen Menschen auch.
    Es sollten nicht zu viele Themengebiete behandelt werden.
    Diejenigen, die sich die Mühe machen einen solchen Stand zu organisieren, sollten sich darüber klar sein, dass die Menschen, denen sie begegnen erst einmal befremdlich reagieren. Ich verstehe die Reserviertheit meiner MitbürgerInnen sehr gut, wird man doch allzu oft übers Ohr gehauen.
    Man sollte sich auch darüber klar sein, dass man „missionarische“ Tätigkeiten übernimmt. Das bedeutet, nicht jeder Mensch, den man versucht anzusprechen, ist genauso informiert wie man selbst. Wie oft hat man selbst schon unwirsch, evtl. auch frech reagiert, wenn man mit Neuem konfrontiert wurde. Dann ist es gut zu denken: „schade, er/sie ist halt noch nicht so weit, vielleicht beim nächsten mal!“ Mir hilft es, wenn ich mich ärgere. Ich sage dann oft zu der Person: „na ja, kann sein, dass das Thema etwas neu für Sie ist, aber es wäre schön könnten Sie einmal ein bisschen darüber nachdenken!“
    Man muss die Menschen mit einer Eröffnungsfrage neugierig machen. Z. B.: „Haben Sie schon einmal etwas von dem Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer gehört?“ Oder:“ Haben Sie sich schon mal überlegt, dass Sie eigentlich gerne weniger Fleisch essen möchten, aber noch keinen richtigen Zugang zur vegetarischen Küche gefunden haben?“ Oder kurz: „ Wissen Sie denn schon was Sie heute kochen werden? Wir haben hier ein paar leckere vegetarische Rezepte für Sie, die auch sicherlich Ihren Kindern schmecken werden!“
    Was ich wichtig finde, keine Spendenaufrufe aufdrängen, evtl. ganz nebenbei „unterjubeln“!
    Ich würde auch jedem Aktivisten empfehlen sich über Albert Schweitzer zu informieren um diskussionssicher zu sein. Über Internet (ich will jetzt keine Schleichwerbung machen) habe ich schon fantastische Bücher von Albert Schweitzer erstanden, und das für weniger als 3 Euro!
    Ich würde die Menschen auch nicht mit zu brutalen Bildern überfordern. Sicherlich, diese Infos sind wichtig und MÜSSEN angesprochen werden, aber fein dosiert.

  13. Ach da fällt mir noch ein: Rauchen am Infostand ist ein absolutes TABU! Ich habe selbst in keinster Weise Lust mit jemanden zu reden der mir seinen Qualm um die Nase bläst oder aus dem Hals wie ein Aschenbecher stinkt! Wenn eine Kippe sein muss (was ja auch darf), sollte man sich abseits stellen und danach ein Boonbon oder Kaugummi in den Mund nehmen.

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