English
Albert Schweitzer Stiftung bei Facebook Albert Schweitzer Stiftung auf Twitter Albert Schweitzer Sitftung bei YouTube RSS-Feed der Albert Schweitzer Sitftung

Haftstrafen wegen Tierquälerei, Ekelfleisch und Eierbetrug

Veröffentlicht am 14. Mrz 2010

Viel zu selten werden im Sektor der »Tierproduktion« Verstöße mit hohen Strafen geahndet. In dieser Woche war das anders: 20 Monate, drei Jahre und drei Jahre lauten die Dauern der Haftstrafen, die in den letzten Tagen in drei unterschiedlichen Fällen verhängt wurden.

Fall 1: Wegen Tierquälerei muss ein Landwirt aus Weilrod im Taunus für 20 Monate in Haft (ohne Bewährung). Er hatte mindestens 16 Rinder hungern und dursten lassen, sie so kurz angebunden, dass sie kaum den Kopf heben konnten und außerdem ein Kalb im Sauenkasten gehalten, was zu krankhaften Veränderungen des Skeletts geführt hat. Zwei der Tiere waren so schwach, dass sie getötet werden mussten.

Der Landwirt wird nie wieder Tiere halten dürfen. Die Taunus Zeitung zitiert die Richterin mit den Worten: »Er zeigt keinerlei Einsicht und Reue«. Die Haftstrafe hätte ursprünglich etwas länger dauern sollen, aber die Richterin gab einen »Rabatt« von einem Monat, weil die Veterinärbehörden kaum eingriffen und der Landwirt sich so in Sicherheit wiegen konnte, dass sein Vorgehen nicht beanstandet würde.

Die Staatsanwältin verdient großen Respekt dafür, dass sie in diesem Fall aktiv wurde. Wir gehen davon aus, dass die allermeisten ihrer KollegInnen nicht vor Gericht gegangen wären, da wir immer wieder erleben müssen, dass Staatsanwälte bei klaren Verstößen gegen das Tierschutzgesetz die Ermittlungen einstellen.

Fall 2: Drei Jahre Freiheitsentzug wurden gegen einen ehemaligen Kühlhaus-Unternehmer verhängt, der 300 Tonnen Schlachtabfälle umdeklariert und in den Lebensmittelhandel gebracht hatte. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert und kündigte Revision an.

Fall 3: Ebenfalls drei Jahre Haft wurden in England gegen einen Eiergroßhändler verhängt, der 108 Millionen Käfigeier als Freiland- und Bioware umdeklariert hatte. Dabei machte er einen Gewinn von etwa drei Millionen britischen Pfund (3,3 Millionen Euro).

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren:

  1. Strafanzeige wegen Tierquälerei gegen Firma Prignitzer Landschwein und Veterinäramt
  2. Das Käfigverbot kommt vor 2035
  3. Haftstrafe für US-Tierquäler