Fleischkonsum: Aigner erkennt Probleme für Umwelt und Gesundheit
Pressemitteilung
Zum ersten Mal spricht Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner die mit dem hohen Fleischkonsum verbundenen Probleme für Umwelt und Gesundheit offen an. Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt fordert Taten.
Mit Wohlwollen nimmt die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt zur Kenntnis, dass sich Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner in der Dienstagsausgabe der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung für eine Reduzierung des Fleischkonsums ausgesprochen hat (siehe auch entsprechende ddp-Meldung). Sie führt dazu vor allem Gründe des Klimaschutzes als auch der Gesundheitsvorsorge an.
Laut der Welternährungsorganisation FAO ist der Fleischkonsum weltweit für 18% der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Deshalb setzen sich Wissenschaftler wie der Friedensnobelpreisträger und Vorsitzende des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) Rajendra Pachauri schon lange für eine Reduzierung des Fleischkonsums ein. »Die Fleischproduktion ist einer der größten Verursacher des Klimawandels. Er wurde von der Politik zu lange ignoriert, weil man Wählerschelten und den Zorn der Agrarlobbies befürchtet hat«, erklärt Wolfgang Schindler, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt.
Auch für die Gesundheit ist ein hoher Fleischkonsum wie in Deutschland äußerst problematisch. So werden die Volkskrankheiten Übergewicht, Diabetes, Herzerkrankungen und Krebs zu Recht mit Fleisch in Verbindung gebracht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) empfiehlt, den Verzehr von Fleisch in etwa zu halbieren. Andere konservative Vereinigungen wie die weltweit führende Organisation von Ernährungsberatern, die American Dietetic Association (ADA), stellen fest, dass sich die vegetarische und vegane Ernährung sogar eignet, um die oben aufgeführten Krankheiten zu heilen.
Die Bundesregierung ist zum Handeln aufgefordert. Ein erfolgversprechender erster Schritt wäre die Einführung eines vegetarischen Donnerstags nach dem Vorbild der Stadt Gent bzw. der »Meat Free Monday« wie ihn Paul McCartney fordert. »Wir hoffen, dass die wissenschaftlich nachgewiesenen Zusammenhänge zwischen dem Fleischkonsum auf der einen Seite und Klimaerwärmung sowie Volkskrankheiten auf der anderen Seite nun nicht länger ignoriert werden. Es ist Zeit zu handeln«, schließt Schindler.
Nachtrag: Leider rudert Ilse Aigner schon wieder zurück, wie u.a. diesem Bericht auf sueddeutsche.de zu entnehmen ist.
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