Fleischkonsum: Aigner erkennt Probleme für Umwelt und Gesundheit

Veröffentlicht am 30. Dez 2009

Pressemitteilung

aigner - Bundestagsbüro Ilse AignerZum ersten Mal spricht Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner die mit dem hohen Fleischkonsum verbundenen Probleme für Umwelt und Gesundheit offen an. Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt fordert Taten.

Mit Wohlwollen nimmt die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt zur Kenntnis, dass sich Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner in der Dienstagsausgabe der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung für eine Reduzierung des Fleischkonsums ausgesprochen hat (siehe auch entsprechende ddp-Meldung). Sie führt dazu vor allem Gründe des Klimaschutzes als auch der Gesundheitsvorsorge an.

Laut der Welternährungsorganisation FAO ist der Fleischkonsum weltweit für 18% der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Deshalb setzen sich Wissenschaftler wie der Friedensnobelpreisträger und Vorsitzende des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) Rajendra Pachauri schon lange für eine Reduzierung des Fleischkonsums ein. »Die Fleischproduktion ist einer der größten Verursacher des Klimawandels. Er wurde von der Politik zu lange ignoriert, weil man Wählerschelten und den Zorn der Agrarlobbies befürchtet hat«, erklärt Wolfgang Schindler, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt.

Auch für die Gesundheit ist ein hoher Fleischkonsum wie in Deutschland äußerst problematisch. So werden die Volkskrankheiten Übergewicht, Diabetes, Herzerkrankungen und Krebs zu Recht mit Fleisch in Verbindung gebracht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) empfiehlt, den Verzehr von Fleisch in etwa zu halbieren. Andere konservative Vereinigungen wie die weltweit führende Organisation von Ernährungsberatern, die American Dietetic Association (ADA), stellen fest, dass sich die vegetarische und vegane Ernährung sogar eignet, um die oben aufgeführten Krankheiten zu heilen.

Die Bundesregierung ist zum Handeln aufgefordert. Ein erfolgversprechender erster Schritt wäre die Einführung eines vegetarischen Donnerstags nach dem Vorbild der Stadt Gent bzw. der »Meat Free Monday« wie ihn Paul McCartney fordert. »Wir hoffen, dass die wissenschaftlich nachgewiesenen Zusammenhänge zwischen dem Fleischkonsum auf der einen Seite und Klimaerwärmung sowie Volkskrankheiten auf der anderen Seite nun nicht länger ignoriert werden. Es ist Zeit zu handeln«, schließt Schindler.

Nachtrag: Leider rudert Ilse Aigner schon wieder zurück, wie u.a. diesem Bericht auf sueddeutsche.de zu entnehmen ist.


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7 Kommentare | Zum Kommentarfeld»

  1. Reduzierung des Fleischkonsums???? Na, wo hat sie das denn her???
    Hat ihr Marketingberater zu dieser angegrünten Kampagne geraten, damit man nicht mehr über ihren Auftritt zum Bundespresseball im Escada-Kleidchen mit der Fuchs-Pelzstola spricht?

    Naja, das die Frau Landwirtschaftministerin nicht erstzunehmen ist, zeigte sich ja schon bei der Milch. Da sagt sie ja auch nicht, daß man Milchprodukte meiden sollte.

    Aber warscheinlich tropft in der Vorstellung der Aigner die Milch auch bloss von alleine so ohne Zweck aus den Eutern. Dass dies mit der Kälberzucht und dem Schlachten von süüüßen kleinen Rindern verbunden ist, ja mei..naaa..lieber net dran denken.

    Dann lieber schon sich mit Kühen knuddelnd auf der Alm wie aus der Produktwerbung ablichten lassen.
    Und Fleisch, ja des is ja (in Maßen)sooo gsund, gell?
    Aber mit an Hacklmesser neben an Kalb am Haken wos Blut rausläuft, naa lieber net Frau Minister gell?

    Tut mir leid, aber CSU und Verbraucherschutz, das geht gar nicht!!

  2. Hallo Birgit,

    so ist es wohl. Diese Personalie ist mehr als eine absoute Fehlbesetzung. Wenn man bedenkt, was Sie den Steuerzahler noch kostet, selbst wenn sie irgendwann mal von der politischen Bühne verschwindet…. Es gibt geschätzte 2.000.000 Tierschützer (ehr mehr), die sich in Verbänden, Organisationen und Vereinen engagieren. Wird jedoch gewählt, dann ist es immer das selbe: Mittlerweile weigern sich bald über 40 % wählen zu gehen oder es werden CDU, SPD, FDP, Die Linke oder die Grünen gewählt. Es ist eben auch fast schon egal wen man wählt – es kommt sowieso immer die gleiche Sch… raus. Denn: Die Leute die die Probleme geschaffen haben (oder ein System errichtet haben und sich darin wohlfühlen), werden sicher nicht diejenigen sein, die diese Probleme auch wieder lösen oder einen Kurzwechsel herbeiführen. Lange Rede – kuzer Sinn: WIR ALLE MÜSSEN ENDLICH MAL STELLUNG BEZIEHEN – FÜR UNS MENSCHEN, FÜR DIE TIERE UND FÜR DIE UMWELT! Das geht nur über WAHLEN – oder was meinst Du/Ihr?

  3. Es geht auch über den “Verbraucher” was der kauft wird “produziert” und wenn der kein Fleisch, Wurst oder sonstiges kauft (zumindest empfindlich weniger) so wird die Fleischlobby und andere Profiteure des Tierleides vielleicht umdenken müssen. Aber solange die EU oder sonst wer dieses Umdenken nicht unterstützt wird wohl nix draus. Geld und Profit wie überall -manche kriegen eben den Hals nicht voll und denken “nach mir die Sintflut”
    Abholzung, Überfischung, Atommüll, Fleischerzeugung, Pharmaindustrie mit ihren Lügen, Chemiekonzerne, Handel mit Tieren -wie konnte es nur dazu kommen? ——meine Generation liess es zu und sah nicht was sich anbahnte, liess es geschehen. Oder dachte nicht an die Zukunft, wollte das Leid und die Gefahren nicht erkennen, war mit dem eigenen Erfolg zu sehr beschäftigt.

  4. dass die aigner das nur macht, um auf einen fahrenden zug aufzuspringen, ist doch klar und um von der pelz-geschichte abzulenken. dann hat sie aber gemerkt, dass die lieben lobbyisten ihr druck machen und hat es zurück genommen. wir dürfen uns von der politik gar nichts erwarten, sondern müssen selber handeln: überzeugen, infomieren, auf die nerven gehen und selbst vorbild sein. jede regierung reagiert doch nur auf das, was draußen passiert, eine vordenkerrolle haben die schon lange nicht mehr (falls sie die je gehabt haben)….

  5. Tja, liebe Birgit, CSU und Verbraucherschutz geht wirklich gar nicht! Aber dazu dürfen die CDU, die SPD, die FDP und die Grünen (!!!) auf keinen Fall vergessen werden. Die Grünen sind von den ganzen Übeln noch diejenigen, die noch halbwegs den Umwelt- und Tierschutz “betreiben”. Doch sie sind schon lange nicht mehr das, was sie einmal waren bzw. sein wollten!!!! Wenn die gegnerische Lobby zu groß ist, knicken alle ein und backen nur noch kleine Brötchen.
    Nicht mehr zur Wahl zu gehen ist auf jeden Fall keine Lösung, weil dadurch die bestehenden Parteien weiter nach ihrem und den dahinter stehenden Lobbyisten brutscheln können!

  6. Tja, da ist sie wohl wieder zurückgepfiffen worden..
    Was reisst sie auch ihren Schnabel auf, die hat doch gar nix zu melden, bei dem Verein.
    Und wie Veronika Schindler in ihrem Beitrag so treffend bemerkt: ES LIEGT AM VERBRAUCHER, AN UNS UND NUR WIR KÖNNEN WIRKLICH ETWAS BEWIRKEN, MIT BEWUßTER ERNÄHRUNG UND EINSCRÄNKUNG DES FLEISCHKONSUMS…
    Dann ist vielleicht auch mal Schluß mit der Massenhaltung.

  7. ..jetzt seid nicht so ungerecht, sie hat´s ausgesprochen und ein paar Tausend haben es vernommen. Das ist doch gut!
    Glaubt ihr denn allen ernstes, daß diese einäugige graue Masse, die als Mensch diesen Planeten bevölkert und sich Tag für Tag Dschungel-Popstars-Kamps hereinzieht, von selbst auf die Idee käme, trotz Internets, sich zu informieren und auf tierische Produkte zu verzichten?
    Ich sag nur eins dazu_ Hahaha!

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