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Fleischfreie Wochentage und die Fleischindustrie

Veröffentlicht am 23. Mai 2010

Ein interessanter Indikator, wie sehr es sich lohnt, für bestimmte Themen rund um den »Nutztier«schutz einzutreten, ist die Reaktion der Fleischindustrie. Und kaum ein Thema lässt dort die Wogen so hoch schlagen wie die Veggietage.

Nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA kommt immer mehr Schwung in die Kampagne: San Francisco führt den vegetarischen Montag eingeführt, nationale Restaurantketten schließen sich der Initiative an, Schulen führen den Meatless Monday ein und bereits 32 Krankenhäuser haben beschlossen, ihre Fleischeinkäufe um 20% zu senken.

Das macht die Fleischindustrie mehr als nervös, und sie verstärkt ihre Anstrengungen, die Erfolgswelle von Umwelt-, Gesundheits- und Tierschützern zu stoppen. Dazu zählt das Schreiben von Briefen an alle Institutionen, die ihre Sympathie zur Idee des fleischfreien Wochentags publik machen, das Veröffentlichen von Argumentationshilfen für Fleischproduzenten und die Lobbyarbeit in Washington, um zu verhindern, dass das Landwirtschaftsministerium von seinen bisherigen Empfehlungen eines hohen Fleischkonsums abweicht.

In den letzten Wochen konnte der Eindruck entstehen, dass es um die Donnerstag-Veggietag-Kampagne, an der auch die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt beteiligt ist, sehr ruhig geworden ist. Dahinter steckt die Strategie, mit den BürgermeisterInnen, die uns ihre Unterstützung zur Kampagne zugesagt haben, Konzepte zur Umsetzung zu entwickeln, ohne dass uns Bauernverbände & Co. dabei stören. Die gute Nachricht ist, dass sich immer mehr BürgermeisterInnen mit grundsätzlich positiven Antworten bei uns melden. Die weniger gute Nachricht ist, dass praktisch keine öffentlichen Budgets für die Bewerbung von Veggietagen zur Verfügung stehen. Aber auch hier werden wir sicherlich Lösungen finden.