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Erfolg in Ohio

Veröffentlicht am 3. Jul 2010

Wie wir berichtet hatten, bahnte sich in Ohio, dem wichtigsten Agrarstaat der USA, ein Kampf zwischen Tierschützern und der Agrarindustrie um bessere Tierschutzgesetze an, der beide Seiten mehrere Millionen US-Dollar gekostet hätte.

Als absehbar wurde, dass die Tierschutzorganisationen ausreichend Unterschriften sammeln würden, um eine Volksabstimmung zu erzwingen, ließ sich die Agrarindustrie zum ersten Mal auf Verhandlungen ein. Die Ergebnisse:

  • Die Anbindehaltung für Kälber wird bis zum Jahr 2017 abgeschafft.
  • Ab 2011 dürfen keine neuen Kastenstände mehr für Muttersauen in Betrieb genommen werden, bestehende Kastenstände müssen in den nächsten 15 Jahren abgeschafft werden.
  • Es dürfen ab sofort keine neuen Legebatterien mehr in Betrieb genommen werden. Dazu zählt auch eine bereits geplante Anlage für 6 Millionen Hennen.
  • Die Strangulation als Tötungsmethode für Tiere wird verboten, verletzte und kranke Tiere müssen »human« euthanasiert werden.
  • Rinder, die nicht mehr laufen können, dürfen nicht mehr zur Schlachtung getrieben werden.
  • Für Hahnenkämpfe werden verhältnismäßig hohe Strafen eingeführt.
  • Die sogenannten »puppy mills« (Hundezuchtstationen mit katastrophalen Bedingungen) werden verboten.
  • Gefährliche exotische Tiere dürfen nicht mehr als Haustiere gekauft werden.

Die Ergebnisse bleiben zum Teil hinter den ursprünglichen Forderungen der Tierschützer zurück, dafür sparen sie allerdings auch Millionenbeträge, die sie nun für weitere Kampagnen nutzen können. Positiv ist auch zu vermerken, dass die gesammelten Unterschriften ihre Gültigkeit behalten, sodass die Tierschützer ihr ursprüngliches Vorhaben doch noch umsetzen können, wenn sich herausstellt, dass ihre Forderungen nicht erfüllt werden.

Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt gratuliert den Organisationen zu diesem Erfolg und freut sich auf weitere Erfolge nach dem gleichen Modell, das leider in Deutschland nicht umsetzbar ist. Wie wichtig plebiszitäre Elemente im Tierschutz sind, zeigt die Schweiz. Dort sind beispielsweise Legebatterien aufgrund eines Volksentscheids schon seit den 1980er Jahren verboten.

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