Emnid: Deutsche wollen weniger Fleisch essen

Veröffentlicht am 30. Jul 2010

Laut einer aktuellen Emnid-Umfrage wollen 51 Prozent der Deutschen in Zukunft weniger Fleisch essen. Der am häufigsten genannte Grund (40 Prozent) dafür ist, dass die Menschen etwas für ihre Gesundheit tun wollen. Tierschutz (14 Prozent), Klimaschutz (13 Prozent) und finanzielle Aspekte (11 Prozent) folgen – Mehrfachnennungen waren möglich. Nicht gefragt wurde leider, ob die Menschen einen Beitrag leisten wollen, die Welternährung zu sichern.

Erfreulich ist der inzwischen weit verbreitete Wille, den Fleischkonsum zu reduzieren. Dass dieses Vorhaben noch viel zu wenig umgesetzt wird, hat aus unserer Sicht vor allem den Grund, dass die schmackhaften Alternativen noch zu unbekannt sind, und dass es an guten Angeboten in der Gastronomie mangelt. Immer wieder ist zu beobachten, wie positiv überrascht Fleischliebhaber sein können, wenn ihnen leckere vegetarische oder vegane Gerichte serviert werden. Unlängst vergab so der VEBU schlechte Noten für die hiesigen Köche und forderte, dass der pflanzlichen Kochkunst in der Ausbildung von Köchen mehr Beachtung geschenkt werden müsse.

Wir helfen, die Wissenslücke zu schließen

Wir wollen dazu beitragen, dass Gastronomen ihre Wissenslücken in der vegetarischen und veganen Kochkunst schließen können. Daher freuen wir uns, heute bekannt geben zu können, dass wir unsere Zusammenarbeit mit dem veganen Starkoch Björn Moschinski deutlich intensivieren werden. Aktionen wie die kürzlich durchgeführte vegane Mensaschulung sind also erst der Anfang. Momentan berät Björn Moschinski in unserem Auftrag zum ersten Mal ein Großunternehmen bei der Einführung des vegetarischen Donnerstags. Und unsere Kooperation wird noch an vielen anderen Stellen dazu beitragen, das Konzept »Donnerstag ist Veggietag« zu etablieren, wodurch der Fleischkonsum nicht nur unmittelbar gesenkt wird, sondern zusätzlich Vorurteile gegenüber den vegetarischen Ernährungsformen abgebaut werden. Wir hoffen auf Ihre Unterstützung, um möglichst viel in dieser Richtung bewegen zu können und so unzählige Tierleben zu retten!


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20 Kommentare | Zum Kommentarfeld»

  1. Ich hoffe, dass dieses Konzept funktionieren wird. Ich sehe hier sehr großes Potential. Gerade im Abbau der Vorurteile muss einiges getan werden. Ich freue mich sehr darauf, wenn sich in Deutschland, wie schon in weiten Teilen Europas und vor allem den USA, die Müdigkeit bei den Überlegungen über das Essen verabschieden werden. Wir hinken da echt hinterher, was man durch die Krankenstatistiken deutlich erkennen kann.

  2. Vorurteile und Unwissenheit gegenüber einer veganen Lebensweise sind bei der überwiegenden Mehrheit vorhanden, – eine Bildungslücke, der die Fleisch- und Milchmafia immer noch ihre immensen Profite verdankt. Dieser traditonell tief verwurzelten Dummheit entgegenzuwirken, ist im wahrsten Sinne des Wortes lebensnotwendig.

  3. Seid meine Frau und ich uns Vegan ernähren fühlen wir uns besser und wir tun etwas für die Umwelt und vorallem für die Tiere :-)

  4. Es gibt so viele Möglichkeiten fleisch- und fischlos zu essen, und das Angebot an vegetarischen Gerichten ist meiner Meinung nach gar nicht so klein.. man braucht zum einen ja nur das Fleisch weggelassen, und die Gemüsevielfalt ist ja enorm! Außerdem gibt es schon sehr viele vegetarische (und auch vegane) Kochbücher.
    Die Auswirkungen des enormen Fleisch- und Fischkonsums sollten medial viel stärker aufgezeigt werden. Z.B. die Leerfischung der Meere usw. 286 Fischarten sind ausgestorben..

  5. aus meiner Erfahrung:
    die wenigsten geben Ernährungsgewohnheiten auf, um etwas für Umwelt oder Nutztiere zu tun.
    “Was kann ich alleine schon ausrichten?”

    Wenn der Einzelne aber verstanden hat, was er seinem Körper in dem er lebt, der sein Freund sein könnte! antut, schaut es anders aus.

    Der Anfang startet wie so vieles in der “Zelle”- Wort wörtlich! Und diese Veränderung ist, anders wie der globale Einfluss von Veränderung der Nahrung, sehr viel schnell erlebbar. Die Auswirkungen verbreiten sich schnell: im Freundeskreis, im Bekanntenkreis.
    food revolution, ich bin dabei.

  6. Seit über 10 Jahre bin ich Vegetarierin und jetzt immer mehr (schon fast 100 %) vegan. Es gibt nichts aus der “traditionellen” Küche, was man, Frau, nich Vegan kochen könnte. Ich kenne so viele wunderbare Produkte und Rezepte und kann sehr empfehlen, gerade erworben, die Bücher “Käse Veganese” und “Vegan backen” aus dem Pala Verlag. Ich weiss, dass ich nur 1 (bewußtes)”Sandkörnchen” bin… aber viele zusammen…

  7. Hallo Karin, unsere Kritik bezieht sich speziell auf die Gastronomie (insbesondere auf Kantinen). Wir hören immer wieder wie unzufrieden Menschen dort mit dem vegetarischen/ veganen Angebot sind. Dieser Eindruck verfestigt sich dadurch, dass Köche in der Ausbildung meist kaum etwas über diese Ernährungsformen lernen.

  8. Ich kann mich der Meinung von Ingo nur anschließen,die meisten Menschen wissen garnicht was sie sich antun,wenn Sie Fleisch,Milchprodukte zu denen Käse,Quark und Joghurt zählen essen.Tierische Eiweiße sind absolut ungesund und verkleben das Bindegewebe und sie essen alles schädliche ebenfalls mit wie z.B. Antibiotika die die Tiere bekommen und noch viele andere Schadstoffe.
    Ich bin Vegetarierin seit vielen Jahren den Entschluß habe ich gefaßt,weil ich mich an dieser weltweiten Tiermißhandlung nicht beteiligen möchte und immer noch fest davon überzeugt bin,daß wenn viele Menschen endlich so denken würden das Elend irgendwann ein Ende nimmt,für alle Tiere.

  9. Es gibt sehr viele schöne vegetarische und vegane Gerichte, nicht nur in Buchform, sondern auch im Internet!
    Es ist wirklich sehr schwer, eine eingefahrene Gesellschaft zu ändern. In mühevoller Kleinarbeit kann man bei einigen unserer Mitmenschen ein Umdenken erreichen. Kein Verbot, kein “Ihr sollt(et)”, “Ihr müßt(et)” , aggressive Argumentation oder ähnliches wird das möglich machen. (Die ewig Gestrigen kann man wirklich vergessen, denn sie blocken ab, weil sie nicht wollen!) Gute Argumente mit allen Fürs und Widers, Filme und Videos haben schon öfters eine Änderung herbeigeführt. Voraussetzung ist der Verstand und die Bereitschaft der Ansprechpartner, neue Dinge anzuhören, aufzunehmen und anzunehmen!
    Den Anfang in Großküchen zu machen finde ich genial. Wie wäre es bei Kindergärten? Kinder sind sehr wißbegierig und lernfähig! Und gute Erklärungen treffen immer auf ein offenes Ohr!

  10. In der Mensa der Universität Paderborn werden Eier aus Käfighaltung verarbeitet. Das vegetarische Essen enthält fast immer entweder Ei (aus welcher haltung wohl??) oder Käse und ist meist sehr fettig. Es gibt auch ein Salat- oder Gemüsebuffet, aber das ist sehr teuer.
    Vermutlich liegt das daran, dass Paderborn eine erzkonservative Stadt in ländlich geprägter Region ist und die Nachfrage nach tierschutzgerechten Produkten zu gering ist. Schade!

  11. Ich finde diese Idee großartig, erst gestern haben wir in einer Gruppe darüber gesprochen und ich habe noch gesagt: wir haben es ja nicht anders gelernt und es wäre wirklich schön wenn man eben auch das Kochen bewußter gelernt bekommt und vor allem auch das Gemüse aus der Umgebung beziehen würde, denn die Bauern um die Ecke würden dann auch davon profitieren ….. also kurz, ein super toller Ansatz, ich freue mich auf neue Infos darüber :-)

  12. Sehr guter Ansatz.
    Klar liegt die Verantwortung bei jedem einzelnen, dennoch kann ein besseres veganes oder zumindest vegetarisches Angebot sehr helfen, diese Verantwortung auch wahrzunehmen.
    Danke und weiter so!

  13. Das klingt ja schon sehr zuversichtlich. Hier in der Region gibt es wirklich Landwirte, die ihren Viehbestand verkleinern, aber nicht um für den Menschen Obst, Gemüse, Korn und Salat anzubauen. Nein, die haben nen fetteren Braten gerochen und zwar die Biogas Anlagen die hier nur so aus dem Boden wachsen. Für die Verpachtung ihrer Flächen gibt es jetzt richtig Schotter ohne einen Finger krumm zu machen.

    Wir brauchen uns also nicht wundern, wenn unser Brot, Obst, Gemüse und Salat demnächst super teuer werden, weil hier niemand mehr sowas anbauen will.

    Wo soll das noch enden?

  14. Was mir aufgefallen ist, bei all den Kochsendungen im Fernsehen gibt es kaum ein vegetarisches Gericht (da sprech ich noch gar nicht von vegan). Es wird immer alles mit Fleisch gekocht, für den TV Konsumenten bedeutet das, gutes Essen ist Fleisch. Hier wär ein Umdenken auch wichtig. Mir ist auch aufgefallen bei verschiedenen Seminaren, dass es zwar vegetarische Menüs gibt, aber nach der 50 Gemüseplatte die mehr oder weniger lieblos hingeknallt wird, fühlt man sich schon sehr seltsam.
    Noch ein Problem ist für Berufstätige die ganz schlechte Versorgung von vegetarischen oder veganen Snacks oder Angeboten für die zu mindest in Wien relativ kurzen Mittagspausen.

  15. Ich finde diese Aktion auch sehr gut.
    Als ich neulich einer Bekannten erzählte, dass wir Vegetarier sind, meinte sie: ” Dann esst ihr bestimmt viel Salat undso, ne?”
    Offenbar leben viele Menschen in dem Glauben, wenn man auf Fleisch und andere tierische Produkte verzichte, könne man sich nur von Blattsalat und Beilagen ernähren.
    Leider ist das in vielen Restaurants tatsächlich so. Es wird dringend Zeit, dass sich das ändert!

  16. ….und die ( Möchtegern- ) Promis werben für hauchdünn geschnittenes Fleisch ( Poletto), für Geflügelaufschnitt ( Kerner ), für Bruzzler-Bratwurst ( Dieter Bohlen ) usw. Solange die sich für viel Geld von der Fleisch-Mafia kaufen lassen, wird sich der Allgemeinverbraucher weiterhin gerne selbst vormachen, dass gutes Essen ( wie Poletto mehrfach in ihrem Spot betont!!! ) wohl nur mit Fleisch gleichzusetzten ist.

  17. Fleischliebhaber wird man, wenn man das Fleischessen von Kindheit an gelernt hat. Aus diesem Pool speisen sich dann auch die Köche von Mensen. Sehr gut, wenn die ASS diesen Köchen das andere Kochen beibringt. Damit können die Esser in den Mensen die fleischlose Alternative kennen- und schätzenlernen. Es ist ein Weg, das schon in den Brunnen gefallene Kind zu retten.

    Nicht wenige Schulen haben immer noch Kochstudios. Zu meiner Zeit haben wir als junge Menschen neben den klassischen gymnasialen Fächern mit viel Begeisterung auch professionelles Kochen durch HauswirtschaftslehrerInnen gelernt, aber eben leider sehr fleischhaltig. Man wusste es damals nicht besser. Heute können viele Menschen noch nicht einmal mehr einfachste schmackhafte und gesunde Gerichte zubereiten. Sie lernen es weder zuhause noch in der Schule. Dabei wäre es angesichts des Angebots an und Zugriffs auf convenience-food aus Gesundheits- wie Tierschutz- wie Mitweltgründen dringend nötig, den Menschen das praktische Rüstzeug zur Selbsthilfe mit auf den Weg zu geben.

    Neben der Schulung der Mensaköche wäre daher m.E. als nächste große Aufgabe die Schulung der HauswirtschaftslehrerInnen in die vielfältigen Möglichkeiten der vegetarisch-veganen Küche nötig, damit Kinder als Erwachsene nicht mühsam, weil gegen ihre antrainierten Gewohnheiten, umlernen müssen. Damit Dir, liebe ASS, die Arbeit nicht ausgeht ;-)

  18. Für alle, die sich noch nicht schlüssig sind, ihren Fleischkonsum zu reduzieren, sollte der heutige Beitrag im ZDF Anregung sein, ersthaft darüber nachzudenken:
    http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/17/0,3672,8095665,00.html

  19. Kennt Ihr die Fleisch-Werbung bei RTL-Österreich, wie der Radfahrer mit einem Wohnanhänger am Rad die Gruppe Radfahrer lächelnd am Berg überholt?
    Wie soll man gegen solche kleveren Werbestrategien ankommen?

  20. Jeden Tag wird man mit Prospekten der Supermarktketten in den Briefkästen und als Zeitungsbeilagen “bombardiert. Meistens sind die ersten drei Seiten reine Fleischproduktwerbungen.
    Das widert mich an – denn bei einem – seit Jahrzehnten Vegetarier erreichen sie damit nur Abscheu mit diesem Leichenfraß. Besonders jetzt im Sommer boomt der Fleischverzehr bei den Menschen enorm. Grillen, grillen, diese Blut triefenden Geschäfte sind zu den WE´s immer voll, teilweise stehen die Leute sogar in Schlangen an.
    Meine Freunde kann ich schon zu den Ehemaligen zählen. Da heißt es immer “Du mußt doch auch einmal ein Stück Fleisch zwischen den Zähnen haben, das macht stark und ist sehr gesund !”
    Wenn diese Herrschaften dann aber mit mir und meinem Hund Märsche durch die schöne Natur
    machen sollen, kneifen sie schon nach 1 bis 2 KM. Persönlich bin ich jeden Tag stramm fast 15 bis 18 KM unterwegs, denn Vegetarier sind zäh und haben Ausdauer !

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