English
Albert Schweitzer Stiftung bei Facebook Albert Schweitzer Stiftung auf Twitter Albert Schweitzer Sitftung bei YouTube RSS-Feed der Albert Schweitzer Sitftung

Ehlen geht, Grotelüschen kommt

Veröffentlicht am 21. Apr 2010

In keinem Bundesland ist die Agrarindustrie heimischer als in Niedersachen, und wahrscheinlich wird sie auch in keinem anderen Bundesland politisch so sehr protegiert wie dort. Insbesondere Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) schien immer sehr bemüht, unseren Gegnern unter die Arme zu greifen. So setzte er z.B. für die ersten »Kleingruppen«-Käfige in Niedersachsen gesetzeswidrig erhöhte Besatzdichten durch, und er setzte sich trotz widriger Umstände für Deutschlands erste Ziegen-Massentierhaltung ein.

Angesichts dieser Laufbahn sollte es eigentlich ein Grund zur Freude sein, dass Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) Ehlen nun entlassen hat. Allerdings hat auch Ehlens Nachfolgerin, Bundestagsmitglied Astrid Grotelüschen (CDU), einen Lebenslauf, der nichts Gutes erahnen lässt: Grotelüschens Familie gehört die zweitgrößte Mastputen-Brüterei Deutschlands, für welche die neue Agrarministerin geschäftsführend tätig war, und von der sie seit ihrem Einzug in den Bundestag regelmäßig Beratungsgelder bezieht. Es ist daher kaum davon auszugehen, dass Grotelüschen einen anderen Weg einschlagen wird als Ehlen das getan hat. Vielmehr ist zu erwarten, dass die Agrarlobby in Niedersachsen mindestens so einflussreich bleiben wird wie bisher. Die taz hat schon einen passenden Titel für Grotelüschen gefunden: »Putenministerin«.

Für die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt ist diese Entscheidung von Christian Wulff unverantwortlich. Im Jahr 2005 legten wir dem Ministerpräsidenten das Zitat »Millionenfache Tierquälerei darf nicht aufhören – meine Agrarindustrie will sie«, in den Mund. Wulff ging gerichtlich gegen uns vor, und er verlor. Aus seinem aktuellen Kniefall vor der Agrarindustrie schließen wir, dass das Zitat auch nach fünf Jahren nicht an Aktualität verloren hat.

Auch interessant:

  1. Grotelüschen geht, Lindemann kommt
  2. Das Käfigverbot kommt vor 2035