Die Lage am Eiermarkt
Der deutsche Eiermarkt befindet sich mitten in einem bislang nicht erlebten Umbruch. Nachdem Anfang des Jahres klar wurde, dass praktisch alle deutschen Supermarktketten den Verkauf von Käfigeiern beenden werden, haben die Produzenten langsam aber sicher reagiert und befinden sich momentan mitten in der Umstellung auf alternative Haltungsformen.
Allein die Nachfrage des Lebensmitteleinzelhandels nach käfigfreien Eiern ist momentan so groß, dass das Angebot schlichtweg nicht ausreicht. Eier aus alternativen Haltungsformen werden den Supermärkten momentan per Quote zugeteilt. Dass parallel dazu immer mehr Großverbraucher wie Nudelproduzenten und Backwarenhersteller dem Käfigei abschwören, macht die Lage nicht leichter.
Zu diesen Engpässen ist es vor allem gekommen, weil der Bauernverband seinen Mitgliedern viel zu lange den schlechten Ratschlag gegeben hat, auf Kleingruppenkäfige zu setzen. Zusätzlich hat die Deutsche Frühstücksei GmbH (der größte Eierproduzent Deutschlands) sich massiv für die neuen Käfige eingesetzt, wodurch viele andere Produzenten verunsichert waren.
Bauernverband und Deutsche Frühstücksei müssen sich jetzt vorwerfen lassen, die wichtigen Trends nicht erkannt und die Tierschutzbewegung unterschätzt zu haben. Bereits im Jahr 2003 haben wir zusammen mit einem Tierschutzbündnis ALDI Nord überzeugen können, den Verkauf von Käfigeiern einzustellen. Weitere Ketten sind gefolgt, und gegen Ende 2008 haben wir ein weiteres Tierschutzbündnis gegründet, mit dem wir den gesamten Lebensmitteleinzelhandel angesprochen haben. Wenige Monate später war klar, dass das Käfigei im Supermarktregal keine Zukunft haben würde.
Anstatt aber zeitgerecht seine Strategie zu ändern, hat der Bauernverband sich weiterhin für das Nachfolgemodell der Legebatterie stark gemacht. Nur langsam ist bei den Funktionären die Erkenntnis gewachsen, damit falsch zu liegen.
Der erfreuliche Wandel in der Eierproduktion hätte also sehr viel glatter und ohne große Engpässe verlaufen können, wenn sich einige Interessensgruppen offener für den Tierschutz gezeigt hätten. Dann wäre auch die Gefahr nicht so groß, dass einige Produzenten ihre Legebatterien im Jahr 2010 illegal weiterbetreiben werden.
Sollte es in Ihrem Supermarkt noch Käfigeier geben, liegt das vor allem daran, dass die dahinterstehende Kette anders nicht sicherstellen kann, ausreichend viele Eier im Angebot zu haben. Nur bei der Metro und zwei sehr kleinen Ketten ist der Grund ein anderer: famila Nordwest und V-Markt haben dem Käfigei noch nicht abgeschworen. Sobald die anderen Einzelhändler umgestellt haben, werden wir den Druck auf diese regionalen Ketten erhöhen. Von der letzten großen Kette, Metro Cash & Carry, erwarten wir, dass in Deutschland so gehandelt wird wie in Österreich: Sobald die Produktion weitestgehend auf alternative Haltungsformen umgestellt wurde, wollen wir von Metro Taten sehen.
Sobald die Eierproduzenten ihre Umstellungen abgeschlossen haben, werden wir uns daran machen, die Haltungsbedingungen zu verbessern. Konkret geht es um das Ende des Schnabelkürzens, das leider momentan der Standard ist, damit sich die Tiere gegenseitig weniger stark verletzen. Durch eine bessere Ausgestaltung der Ställe kann das Schnabelkürzen aber schnell abgeschafft werden.
Möchten Sie helfen, dass wir bei unserem Einsatz für die Hühner weiterhin so erfolgreich sind wie bisher? Dann unterstützen Sie uns bitte mit einer Spende oder einem Beitrag – jede Hilfe zählt!
Nachtrag (21. November): Inzwischen hat der letzte uns bekannte Eiernudelproduzent uns gegenüber bestätigt, in Zukunft keine Käfigeier mehr zu verwenden. Ein Erfolg auf der ganzen Linie für unsere Käfigfrei-Kampagne.











Ich bin milerweile davon überzeugt, dass sämtliche Eierbetriebe abgeschafft werden müssen. Der Mensch kann auch ohne den Konsum von Eiern leben. Eier sind das werdende Leben und stellen für mich den gleichen Werte da wie ein Lebewesen und Lebewesen darf man nicht töten. So steht es in der Bibel geschrieben, ” du sollst nicht töten”.
Kommt endlich zu Besinnung.
Ich bin wirklich immer wieder erstaunt, in welchen Produkten überall Ei drin ist, in denen man es erst einmal nicht vermuten würde. Neulich war ich in einem Bioladen und habe mich zuerst gefreut über das doch große Angebot an “Fleisch- und Wurstalternativen”. Bei Überprüfung der Etiketten reduzierte sich dann das für mich in Frage kommende Angebot doch sehr. Gut- die Produkte waren rein vegetarisch und nicht vegan, aber ich frage mich: muß Hühnereiweiß wirklich enthalten sein? Völlig unnötig.
Genauso wie Milcheiweiß in Shampoos:(((((
Grüße
Julia Holzmann
Es mag ja sein, dass der ein oder andere Supermarkt keine Käfigeier mehr anbietet. Aber produziert werden diese trotzdem noch…denn man braucht das BILLIGEI noch für die Herstellung verschiedener Produkte, wie z.B. Nudeln.
Fraglich ist auch, ob in den Schachteln wo BODENHALTUNG o. FREILANDHALTUNG auch das Ei drin ist, was aussen drauf steht.
Auch hier, sind insgesamt was die Genehmigung der Mengen und Haltungsformen eines Lebewesens anbelangt, die einzelnen LANDESREGIERUNGEN verantwortlich.
@ Holger
Sie haben geschrieben “du sollst nicht töten”.
Sagen Sie das mal der Jägerlobby…
bei uns wird im Moment vor unserem Haus (wir leben in einem kleinen Dorf) eine Treibjagd veranstaltet.
5 Jäger stehen auf der Strasse mit Gewehr im Anschlag..die Treiber gehen mit schlagenden Stöcken durch einen Grünacker, mindestens 10 weitere Jäger umsäumen das restliche Feld. Auch hier werden vorher die Tiere “angefüttert”, insbesondere Fasane und Rehe, um dann, nur des Jägers “Lust-Tötens” willen, ihr Ende zu finden.
Auch Kinder sind u.a. mit dabei, um zusehen zu können/müssen oder dürfen, wie gut sein Vater jagen kann.Das Kind “trägt stolz” den toten Fasan. Danach werden die toten Tiere auf einen offenen Anhänger an Haken aufgehängt, durch das Dorf gefahren damit ja jeder sehen kann, WIE erfolgreich die Jäger waren, was sie vorher herangefüttert haben.
Fazit:
Auch Jäger gehören endlich abgeschafft.
Auch ich bin der Meinung, wir brauchen keine Jäger, die Tiere anfüttern und dann töten, Kinder sollten, dass auch nicht mit ansehen müssen, denn es gibt immer wieder Kinder die Menschen erschießen, s. h. Amokläufer,
karin klimm
..um auf den obigen Bericht zurück zu kommen:
Seit fast 40 Jahren kämpften und kämpfen in Deutschland (es begann 1972 mit dem enormen Einsatz von den Schwestern Bartling in ihrem “Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung”)
Tierschützer gegen die Käfighaltung.
Der Ansatz der Albert-Schweizer-Stiftung brachte nach dem Verbot der Käfighaltung Verfassungsgerichtsurteil von 1999 den Durchbruch, den wir nun wirklich anerkennen können und dem ich hohen Respekt zolle, dass sich nämlich die großen Supermärkte vom Käfigei abwenden. Ob wir Eier brauchen oder nicht ist da nicht die Frage, solange der Durchschnitts-Deutsche noch rund 200 Eier im Jahr konsumiert.
Lieber Herr Klosterhalfen, lieber Herr Dr. Schindler, ich möchte mich bei Ihnen und allen, die mit an diesem festen Tau auf der David-Seite gegen Goliath ziehen, ganz herzlich für Ihren klugen, zielgerichteten, mutigen und unerschütterlichen Einsatz
von Herzen danken!
Ich finde diese Entwicklung auf dem Eiermarkt ausgesprochen bemerkenswert!
Ganz wichtig ist es auch, zugleich die artgerechte, ehrliche Freilandhaltung und die Unzulänglichkeiten der Bodenhaltung, wie sie sich derzeit darstellt, nicht aus den Augen zu lassen, damit auch gleich eine akzeptable Alternative entsteht.
Deshalb ist es wesentlich, dass die Stallpflicht und Benachteiligung der Freilandbetriebe aus der Geflügelpest-Verordnung gestrichen werden, wozu die Albert-Schweizer-Stiftung z.Zt. zusammen mit weiteren Verbänden einen neuen Vorstoß unternimmt.
Nachdem vor vielen Wochen Kaufland (also LIDL &SCHWARZ ) hier in Dresden-Naußlitz dabei waren die Regale leerzuräumen ,jetzt der teilweise Rückzieher.Die Produzenten von Freilandeiern kommen mit der Produktion nicht mehr nach was abzusehen war,und man räumte die Regale wieder mit Käfigeiern voll.Schade den Kunden für Freilandeier waren immer vorhanden.
Über Jäger möchte ich mich hier nicht äußern,da kommen zuviele Vergleiche zu 1933-1945 auf !!!
Ich schließe mich Frau Ulich voll und ganz an. Und wenn man die Geschichte so liest, merkt man, dass es in ganz vielen Bereichen so ist, dass Deutschland die Entwicklungen verschläft. Auch der Transrapid hätte eine echte Alternative zu Kurzstreckenflügen geboten, bei der Windkraft liegen wir – noch – vorn. Aber meist – vgl. alternative Landwirtschaft – lässt sich Deutschland den Rang wegen Borniertheit mancher Verbandsvertreter ablaufen und die Produktion samt Arbeitsplätzen wandert ins Ausland. In den Niederlanden werden nun die Alternativeier “produziert”, und die unrentable und nicht im Spiegel der Öffentlichkeit stehende Schweineintensivmast mit ihren Megamastanlagen wird dann hier gemacht, weil sie in den Niederlanden keiner will und hier verzweifelt wegen 20 Arbeitsplätzen jeder Sch*** mitgemacht wird….
Wir haben kein Recht Tiere zu töten und sollten unseren noch reinen Kinderseelen sowas auch nicht antun das mitansehen zu müssen. Wir sollten den Kindern Werte vermitteln wie Liebe,Geborgenheit,Mitgefühl und Verständnis. Das töten von Tieren gehört bestimmt nicht dazu. Tiere haben ein Recht auf Leben in Würde. !!!
Ich stimme Frau Ullrich nur zum Teil zu. Ich bin gelernte Geflügelzüchterin (mit Lehrzeit und Prüfung) und die Käfighaltung begann schon Ende der 50iger Jahre, nicht erst Anfang der 70iger! Eine kleine Gruppe von uns hat damals schon versucht, gegen diese Art von Tierhaltung anzugehen – erfolglos! Im Gegenteil, es wurde propagiert und bis Ende der 60iger sind diese Dinger wie Pilze aus dem Boden geschossen. Ich bin dann aus meinem Beruf ausgeschieden, denn das wollte und konnte ich nicht unterstützen!
Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, daß die heutigen Massenproduktionsbetriebe NICHTS mit einer Geflügelzucht zu tun haben! Auch kann man die heutige “Zucht” nicht mit der von fast 50 Jahren vergleichen, weil sie inzwischen vollkommen ausufert und dem Geltungsbedürfnis der jeweiligen “Züchter” dient Ausnahmen bestätigen die Regel, denn die seriösen gibt es auch noch. Sie sind in der Minderheit und unter “Züchtern” Exoten.
Hallo, warum müssen alle tierischen Produkte in Massen hergestellt werden?Seien es Eier, Schwinefleisch, Rindfleisch etc. Warum müssen Menschen alles in riesigen Mengen vertilgen?Woher nimmt der Mensch das Recht, seine Mitgeschöpfe in unvorstellbarer Weise zu quälen?
Seitdem ich von diesen quälerischen Taten weiß, kann ich tierische Produkte nicht mehr genießen und vermeide es möglichst.
Aber seitdem ich die Filmdokumentation “Achtung, lebende Tiere” gesehen habe (vor einigen Jahren im öffentlich-rechtlichen Fernsehen) weiß ich aber auch, dass für massive Änderungen die Politiker und vor allem die Politiker der EU verantwortlich sind. Man denke an die Lebendtiertransporte durch ganz Europa!
Aber viel kann der Verbraucher auch beeinflussen indem er einfach die Produkte nicht kauft. Man denke auch an Pelzmäntel.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit!
also wenn die große nachfrage der grund ist das ich in unserem rewe markt kaum eier mit ner 0 bekomme dann freut mich das ansatzweise umsomehr! …ich weiß ganz auf eier verzichten wäre am besten, aber das gelingt mir leider noch nicht…
Ein erfreulicher Erfolg! Aber am besten ist: Pasta aus Hartweizengries , Biogebäck und möglichst selten Eier zum Frühstück essen! Ist sowieso gesünder!.
Mit freundlichen Grüßen und weiterhin ganz viel Erfolg für Ihre segensvolle Arbei!
Eva Fack