Clevere Krähen

Veröffentlicht am 23. Jan 2010

Dass Krähen nicht nur Werkzeuge benutzen, sondern solche auch selber formen können, ist bereits seit einiger Zeit bekannt. Neu ist hingegen die Erkenntnis, dass Krähen auch Aufgaben bewältigen, bei denen sie mehrere Werkzeuge in der richtigen Reihenfolge benutzen müssen.

In dem Video sehen Sie, wie eine Krähe ein kurzes Werkzeug nutzt, um an ein längeres Werkzeug zu gelangen, welches sie benutzt, um an ein noch längeres Werkzeug zu gelangen, welches wiederum nötig ist, um an einen Leckerbissen zu gelangen.

Wir weisen immer wieder auf die kognitiven Fähigkeiten von Tieren hin, um zu verdeutlichen, dass die Grenze zwischen Mensch und Tier eine sehr willkürliche – vom Menschen ausgedachte – Grenze ist. Zu verstehen, dass wir uns nicht so sehr von anderen Tieren unterscheiden, wie wir uns das meistens einbilden, hilft, einen respektvolleren Umgang mit unseren nahen und fernen Verwandten aufzubauen. Unabhängig davon sei darauf hingewiesen, dass unsere Motivation, Tieren zu helfen, nicht auf deren IQ, sondern auf ihrer Leidensfähigkeit beruht.


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9 Kommentare | Zum Kommentarfeld»

  1. Zum Thema kann ich ein tolles Buch empfehlen. Es heißt: RABENVÖGEL (Göttervögel – Galgenvögel, Ein Plädoyer im “Rabenvogelstreit”) von Wolfgang Epple, seines Zeichens Ornithologe und Deutschlands führender Rabenvogel-Experte.
    Das Buch gibt umfassende Auskunft über die ganze Familie der Corviden vom Kolkraben bis zum Eichelhäher, von ihrer Millionen Jahre andauernden Entwicklungsgeschichte, von ihrer Eigenart als Singvögel, von ihrem differenzierten Verhalten, von ihren Nahrungsgewohnheiten, von der Truppbildung, von Halbstarken, von ihrer starken Dezimierung wegen langjährigen Abschusses, Hintergründe zu ihrem Vorkommen in Mythologie und Aberglaube usw. usw.
    Extrem interessant und ganz nebenbei räumt es auf mit allerlei Ammenmärchen und Vorurteilen, die auch heute noch in vielen Menschenköpfen fest verankert sind.

  2. Achja, und die meisten in der Familie der Corviden sind treue Seelen, und zwar ein Leben lang. Eine Eigenschaft, die ich besonders bemerkenswert finde. Erst Recht, da dieses Verhalten im kompletten Gegensatz zu dem steht, was man ihnen jahrhundertelang angedichet hat, beispielsweise zu Zeiten der Hexenverfolgung, von wegen Sünde, Tod und Teufel…blabla…da kann man mal sehen, wie wenig der Mensch über seine Mitgeschöpfe Bescheid weiß oder aber, wieviel Absurdes sich der Mensch ausdenkt, nur um einen angeblichen Nahrungskonkurrenten auszuschalten. Das Märchen von den Nahrungskonkurrenten ist in Bezug auf manche Arten auch heute noch bei einigen Menschen ein beliebtes Totschlag-Argument, man denke nur an die Fischerei, dabei hat der Mensch die Meere selbst leer gefischt, und zwar exzessiv.

  3. Diese intelligenten Vögel werden in Niederbayern abgeknallt,nur weil sie angeblich den Bauern das ganze Getreide vom Feld fressen.
    Traurig, was oft in den Gehirnen der Menschen, vor lauter GIER vor geht.

    So viel, wie ein Mensch in etwa 50 Jahren “mutwillig” zerstört,
    schaffen ganze Horden von allen Tieren der Welt nicht.

  4. Vielen Dank :-)))

  5. Na ja, es braucht nicht viel, um intelligenter als Menschen zu sein. Das schaffen Vögel u.a. Tiere allemal. Man schaue nur die Diskussion um Atomkraftwerke an. Niemand weiß, wie der verstrahlte Endmüll *sicher* entsorgt werden kann – munter wird täglich die Erde und damit wir vergiftet. Tiere kämen niemals auf solche Ideen. Sie sind uns trotzdem treue Gefährten, manchmal frage ich mich, warum immer noch?

  6. Es gibt inzwischen immer mehr Beiträge, die die tierische Intelligenz, ihre sozialen Bindungen und ihre Fähigkeiten, Abläufe zu erkennen und entsprechend zu handeln, darstellen.
    Schön wäre es nun auch, wenn diese Beiträge nicht immer nur von uns Tierschützern/-rechtlern gelesen werden würden.

    Eine Kritik muss ich dennoch loswerden: Dieses Video zeigt den Vogel nicht in seinem Lebensraum. Ganz bestimmt knnnten diese Erkenntnisse auch in sog. freier Wildbahn gesammelt werden. Doch dazu braucht es vor allem Zeit, Ruhe und Respekt gegenüber den Tieren und der Natur. Doch dafür sind die Forscher meist nicht bereit. Es muss schnell gehen, es muss sich reproduzieren lassen. So werden nicht nur Vögel wie oben in reizlosen Umgebungen vor Plastikröhrchen, oder in abgedunkelten Käfigen gesetzt, Affen vor Bildschirmen plaziert und Katzen auf kleinen Plattformen in Wasserbecken gesetzt… ganz nach dem Motto: Mal sehen was dabei rauskommt. All das läuft doch unter der sog. Grundlagenforschung.
    Für meinen Geschmack sind diese “Forschungen” abzulehnen. Tiere, Kinder und auch Patienten müssen im Ganzen, in den ihnen entsprechenden Umfeldern beobachtet werden, um zu umfassenden Ergebnissen zu kommen. Alle sterilen, abgeschotteten Laborverhältnisse zeigen – wenn überhaupt – nur einen sehr kleinen Teil der Wahrheit.

    Allein wenn man Tiere in Ruhe, mit offenen Augen und Herzen betrachtet, so sieht man, dass sie nicht mehr und nicht weniger sind wie wir. Sie haben nur etwas anderes an….

  7. Zum Beitrag von S.Landesberger:
    Ich pflichte Ihrem Beitrag voll und ganz zu. Es gibt aber in der Tat einen sehr interessanten Dokumentarfilm zum Leben der Raben, ich glaube sogar, in Bayern gedreht.
    Ich habe mittlerweile so meine Zweifel, ob die Spezies Mensch in ihrem Dasein auf der Erde es jemals schaffen wird, mit Respekt und in Einklang mit ihrem Umfeld zu leben – oder wie Sie es im letzten Satz ausdrückten. Denn der “vermeintliche” Besitz von Geist und Verstand ist kein Garant für eine sinnhafte Nutzung derselben!! Dafür fehlt der Spezies
    Mensch wahrscheinlich ein gesundes Maß an Instinkt!

  8. Anstatt die Tiere abzuknallen ist es vielleicht sinnvoller, sich die Intelligenz oder den Instinkt der Tiere zunutze zu machen. Wenn sie z.B. Bodenerschütterungen oder Unwetter in einem früheren Stadium erkennen als wir mit all unserer hochentwickelten Technologie, dann könnten wir möglicherweise noch rechtzeitig Vorkehrungen treffen.

  9. Auf meinem Grundstück am Pferdestall lebt ein Krähenpaar. Sie haben bei uns eine ökologische Nische gefunden, sie leben vom Kompost, holen sich Reste des Pferdekraftfutters. Habe noch nie gesehen, dass sie Nester ausrauben oder andere Probleme machen, welche ihnen gerne nachgesagt werden. Beide haben ein super glänzendes Gefieder und ich würde sie vermissen, wenn sie nicht mehr hier leben würden. Ich bin dagegen , dass Krähen und andere Rabenvögel zur Bejagung feigegeben sind.

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