BürgermeisterInnen für niedrigeren Fleischkonsum
Neben dem vegetarischen Donnerstag in Bremen und dem fleischfreien Freitag in Schwerin tut sich auch in anderen Städten einiges rund um das Thema Fleischreduktion. Wir stellen Ihnen die Reaktionen aus Saarbrücken, München und einer dritten, noch unbenannten Stadt vor.
Charlotte Britz, die Oberbürgermeisterin von Saarbrücken schreibt uns: »Ich halte Ihr Anliegen, den Fleischkonsum zu senken, für durchaus berechtigt. So wäre weniger Fleischkonsum allein aus Tierschutzgründen bereits wünschenswert.« Sie sieht den vegetarischen Wochentag als den nicht passenden Weg für ihre Stadt und schreibt weiter: »Der Appell [müsste eher] lauten, möglichst wenig Fleisch während der ganzen Woche zu essen (z.B. höchstens drei Fleischtage o.ä.) und stattdessen die Umstellung der Ernährung auf mehr Gemüse und Getreide – möglichst aus heimischen Anbau und möglichst an die Jahreszeit angepasst – zu propagieren. Ich möchte Ihre Anregung aber insofern aufgreifen, dass ich das Umweltamt beauftrage, den Zusammenhang von Klimaschutz und Fleischkonsum verstärkt in Ihrer Öffentlichkeitsarbeit zu berücksichtigen.«
Aus München schreibt uns das Referat für Gesundheit und Umwelt: »Wir stimmen mit Ihnen überein, dass der Verzicht auf Fleisch entscheidend für die Senkung von CO2-Emissionen und anderer Umweltbelastungen ist und im Mittelpunkt der Bemühungen im Klimaschutz stehen sollte. Aus diesem Grund haben wir im Stadtrat in der Beschlussvorlage ‘München trägt aus Gründen des Gesundheitsschutzes und des Tierschutzes dazu bei, dass der Verzehr von Fleisch und Eiern reduziert wird’ […] verschiedene Möglichkeiten dargelegt. Im Referat für Gesundheut und Umwelt werden im Rahmen der Biostadt München verschiedene Strategien zur Reduzierung des Fleischkonsums verfolgt. So wird zum Beispiel in Informationsveranstaltungen für Gastronomie und Betriebskantinen für eine höhere Wertschätzung der Tiere und für eine zeitgemäße gesunde und vollwertige Gemüseküche geworben.«
Ein weiterer Oberbürgermeister, dessen Stadt und Namen wir vorerst nicht nennen, um ihn vor einer Belagerung durch die Fleischlobby zu bewahren, schreibt uns: »Ich habe Ihren Vorschlag eines freiwilligen vegetarischen Wochentags [...] zur Sprache gebracht. [Zwei Verantwortliche] werden den Gedanken eines solchen ‘Veggi-Days’ weiterverfolgen und ein Konzept für die Umsetzung entwickeln. Dabei werden Sie sicherlich in diese Überlegungen einbezogen.«
Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt gratuliert den Entscheidern, dass sie die Aspekte des hohen Fleischkonsums rund um Umwelt-, Gesundheits- und Tierschutz erkannt haben und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit. Außerdem freuen wir uns, bekannt geben zu können, dass wir uns über die Plattform www.donnerstag-veggietag.de für eine weitere Ausbreitung des Konzepts einsetzen.
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