Bayern veröffentlicht Agrarsubventionen
Nachdem Brüssel massiv Druck ausgeübt und deutlich gemacht hat, dass ein Vertragsverletzungsverfahren sich nicht (wie wahrscheinlich von Minister Seehofer erhofft) über Jahre hinweg ziehen würde, ist Bayern endlich eingeknickt. Die Agrarsubventionen werden auf www.agrar-fischerei-zahlungen.de veröffentlicht.
Reflexartig appelliert der Bayerische Bauernverband an die Medien, fair mit den Bauernfamilien umzugehen. »Fairness« ist ein gutes Stichwort, denn obwohl weniger als 3% der europäischen Bevölkerung von der Landwirtschaft leben, fließt rund die Hälfte des gesamten EU-Haushalts in diesen Sektor.
Und auch innerhalb des Sektors geht es alles andere als fair zu: Die kleinsten 60% der Subventionsempfänger erhalten zusammen nur 10% der Subventionen. Die größten 2%, die Agrarkonzerne und Verarbeiter, erhalten dagegen 25% der gesamten Mittel. Gerade letztere stehen daher in der Kritik – und nicht die Bauernfamilien, die der Bauernverband angeblich schützen will. Lesen oder hören Sie dazu auch einen aktuellen Beitrag der Deutschen Welle.
Weiterhin bemüht der Bayerische Bauernverband die übliche Formel, dass die Subventionen ein Ausgleich für die »sehr hohen« Umwelt-, Tierhaltungs- und Lebensmittelsicherheitsvorschriften in Europa seien. So streng können die Vorschriften allerdings nicht sein, da sie den Boom von neuen umwelt- und tierfeindlichen Massentierhaltungsanlagen nicht stoppen sondern fördern. Und Gammelfleischskandale sind derart an der Tagesordnung, dass sie nur noch selten den Sprung in die Medien schaffen.
Und schließlich wird von der Agrarlobby wieder bemängelt, dass Subventions-Transparenz nicht einseitig die Landwirtschaft treffen dürfe. Dies nehmen wir als Anlass, uns zu wiederholen: Andere Subventionen sind schon längst veröffentlicht, der Agrarsektor hinkte bis zuletzt hinterher.
Wie so oft halten die Argumente aus den Reihen des Bauernverbands einer genauen Betrachtung nicht stand.
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