Anteil der Käfighaltung bald im einstelligen Prozentbereich?

Veröffentlicht am 18. Feb 2009

Pressemitteilung

Käfighaltung in Thüringen sinkt auf unter 50 Prozent. Foto: fotolia.deGute Nachrichten für Legehennen: Lag der Anteil der Käfighaltung an der gesamten Eiproduktion in Deutschland bis vor kurzem noch bei rund 70%, schrumpft er jetzt zusehends. In Thüringen unterschreitet er jetzt zum ersten Mal die magische Grenze von 50%.

Für ganz Deutschland prognostiziert die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt einen weiteren deutlichen Rückgang. Sie hat sich das ambitionierte Ziel gesteckt, den Anteil der Käfigware bis zum Jahr 2012 in den einstelligen Prozentbereich zu drücken – Kleingruppenhaltung eingeschlossen.

Was vor wenigen Jahren noch nach wirklichkeitsfernen Tierschutzträumen klang, wird jetzt immer realistischer: »Wir führen intensive Gespräche mit der Lebensmittelwirtschaft, und die zeigt sich erstaunlich fortschrittlich und kooperationsbereit«, berichtet Mahi Klosterhalfen, Vizepräsident der Stiftung mit den ehrgeizigen Plänen. Bis vor kurzem ging es der Stiftung noch fast ausschließlich um Eier im Supermarktregal. »Inzwischen werden auch die versteckten Zutaten in Keksen und Nudeln ein Thema«, so Klosterhalfen. Und: »Die Verbraucher werden auch in diesem Bereich immer hellhöriger.«

Woran eine schnelle Umstellung auf Eier aus alternativen Haltungsformen meist scheitert, ist die knappe Verfügbarkeit. Umso weniger versteht der Tierschützer das Verhalten einiger Produzenten. »Da klammern sich einige wenige an die sogenannte Kleingruppenhaltung als wäre sie ein heiliger Gral. Stattdessen sollte man lieber die Trends am Markt auswerten und in den gesellschaftlichen Fortschritt investieren«, sagt Klosterhalfen. Seine unverhohlene Einschätzung mit Wink an Bundesministerin Ilse Aigner: »Die Käfighaltung hat hierzulande keine Zukunft. Wer das nicht erkennt, ist selber schuld.«


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4 Kommentare | Zum Kommentarfeld»

  1. Leider muss ich einen Wermutstropfen beisteuern:
    Die Geflügelindustrie und unsere von dieser als Marionette geführte Regierung tun alles, um die Freilandhaltung von Geflügel in Deutschland auszulöschen, und zwar mit sichtbarem Erfolg: Durch die in der Geflügelpest-Verordnung festgeschriebene Stallpflicht, die nur durch regionale Ausnahmegenehmigungen aufgehoben werden kann, (die aber jederzeit widerrufen werden können – siehe Niedersachsen von Dezember bis Februar), haben sehr viele kleine und auch mittelgroße Freilandhalter in den letzten drei Jahren aufgegeben. Auflagen und die Willkür ruinieren sie finanziell. Leider kämpfen nicht einmal die Bio-Verbände energisch gegen den politischen Irrsinn an, denn sie haben sich mittlerweile auch für “Masse” entschieden, d. h., für Hühnerhaltungen mit 10 000 Tieren und mehr. Die lässt man lieber im Stall und begnügt sich mit einem “Wintergarten”.
    Der Skandal besteht besonders darin, dass nicht die viel zitierte Hypothese der Übertragung von H5N1 durch Wildvögel richtig ist, sondern dass die Viren über Handel und Transporte der Großkonzerne weltweit verbreitet werden. Dennoch werden die intensiven Großbestände immer noch nicht regelmäßig untersucht. Für Freilandhalter ist das aber vorgeschrieben – und darüber hinaus noch weitere kostenintensiven Einschränkungen. Wer sich eingehend informieren will, findet überraschende und leider wenig bekannte Erkenntnisse in den Recherchen-Berichten des Wissenschaftsforums Aviäre Influenza: http://www.WAI.netzwerk-phoenix.net.
    Und auch ich antworte gerne auf Fragen.

  2. Das ganze ist schön und ein solches Ei schmeckt auch besser, aber wo bleibt denn der Einsatz gegen alle Formen der Käfighaltung und hier denke ich besonders an alle Haustiere, Hausvögel, Zierfische , Pelztiere (Nerzzucht) usw. Ich höre gern!

  3. Schlechte Nachrichten für Millionen von Küken: Immer noch werden Eier konsumiert. Deshalb werden täglich Tausende von Küken lebendig vergast.

  4. Ich meinte lebendig gemust. Lebendig vergast ist natürlich Quatsch. Aber vielleicht sollte man noch erwähnen, und genau das ist mein Punkt: Egal ob nun Käfighaltung oder Freilandhaltung, der Nachwuchs, also sprich die Küken die nicht weiblich sind, werden sofort nach der Geburt auf grausame Art und Weise getötet. Eier sind also grundsetzlich abzulehnen.

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