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Warum die Abschaffung der Käfighaltung nur der erste Schritt war

Veröffentlicht am 28. Okt 2010

Die Käfighaltung für Legehennen ist seit Anfang des Jahres in Deutschland quasi abgeschafft. Noch ist hierzulande der Betrieb von ausgestalteten Käfigen nach EU-Norm zwar legal (die Übergangsfrist läuft bis 2020), und es gibt auch einige »Kleingruppen«-Käfige, aber zusammengenommen kommen diese Systeme höchstwahrscheinlich nur auf einen Marktanteil, der im einstelligen Prozentbereich liegt. Zudem wird das Bundesverfassungsgericht bald entscheiden, ob auch die Kleingruppenkäfige verboten werden müssen – wir sind optimistisch.

Damit sind wir aber noch lange nicht am Ziel, denn die schockierenden Bilder, die Anfang der Woche vom Politmagazin FAKT ausgestrahlt wurden, belegen, dass es zum Teil auch in der Boden-, Freiland- und Biohaltung miserable Zustände gibt:

Um dafür zu sorgen, dass solche Bilder möglichst bald der Vergangenheit angehören, haben wir unsere Kampagne gegen das Schnabelkürzen ins Leben gerufen. Der Hintergrund: Die Bedingungen müssen deutlich verbessert werden, um die Stressbelastung der Tiere zu reduzieren. Wenn das erreicht wurde, können die Schnäbel der Hennen unversehrt bleiben, denn Hennen, die nicht gestresst sind, bepicken sich nicht gegenseitig.

Unser Papier zeigt auf, welche Schritte in Deutschland unternommen werden müssen, um die Haltungsbedingungen zu verbessern und auf das Schnabelkürzen verzichten zu können. Unsere Kampagne macht bereits Fortschritte: Wir konnten KAT (einen der wichtigsten Verbände der Eierindustrie), zwei der größten deutschen Eierproduzenten sowie einige Supermarktketten für eine Zusammenarbeit gewinnen.

Auf der Gegenseite haben wir es auch mit Bremsern zu tun. So verharmlosen zwei Sprecher des Zentralverbands der deutschen Geflügelwirtschaft das Schnabelkürzen allen Ernstes als »Behandlung der Tiere«. Sie behaupten zudem, dass die Erfolge in Österreich (dort wird aufs Schnabelkürzen verzichtet) nicht auf Deutschland übertragbar seien. Indirekt wird uns sogar Populismus vorgeworfen.

Was daran populistisch sein soll, konkrete, wissenschaftlich fundierte Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen und vorzuschlagen, dass sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen, ist uns schleierhaft. Schade, dass es solche Bremser gibt, aber die gute Nachricht ist, dass nicht alle Akteure der Eierwirtschaft so denken. So stehen die Zeichen weiterhin gut, dass auf den ersten Schritt der Abschaffung der Käfige noch weitere Schritte folgen werden, um die Leiden der Legehennen spürbar zu reduzieren.

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