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2010: Aus für Käfighaltung?

Veröffentlicht am 2. Jan 2010

legehenne-kaefig»Ab 2010 keine Eier mehr aus Käfighaltung«, lautete der irreführende Titel einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Im weiteren Text wurde dann zwar etwas ehrlicher von »konventionellen« und »Batterie«-Käfigen gesprochen, aber mit keinem Wort sah sich das Ministerium genötigt, zu erwähnen, dass es sich bei der neuen »Kleingruppenhaltung« lediglich um modifizierte Käfige handelt, die wie schon die alten Käfige den Grundbedürfnissen von Legehennen nicht gerecht werden und in einigen Aspekten eventuell sogar noch tierquälerischer sind als die alten Käfige.

Dass Interessensgruppen wie der Deutsche Bauernverband (DBV) in solchen Zusammenhängen laufend Halbwahrheiten verlautbaren lassen, überrascht nicht. Dass aber ein Ministerium mit den Aufgabenbereichen Verbraucher- und Tierschutz sich offensichtlich bemüht, dem Verbraucher die Wahrheit über die neuen »Kleingruppen«-Käfige vorzuenthalten, ist schockierend. Hier werden die letzten Käfigbarone Deutschlands protegiert, indem der Eindruck erweckt wird, »Kleingruppen«-Käfige seien tiergerecht. Dass dies nicht der Fall ist, wird immer offensichtlicher: Universitäten, die teilweise mit Mitteln der Agrarindustrie die neuen Käfige erforschen, geben ihre Ergebnisse nur stark verkürzt heraus. So ist es z.B. nur hinter vorgehaltener Hand möglich zu erfahren, dass die Sterberaten in den neuen Legebatterien (»Kleingruppenhaltung«) erschreckend hoch sind.

Es steckt allerdings noch eine weitere Unwahrheit in der Meldung des BMELV: Es ist davon auszugehen, dass weiterhin illegal alte Legebatterien betrieben werden. Bereits im Jahr 2009 wurde bekannt, dass in Niedersachsen alte Käfige ohne die dazu nötige Ausnahmegenehmigung betrieben wurden. Wir gehen davon aus, dass dieser Misstand noch längst nicht behoben wurde.

Jetzt sind die Veterinärämter gefordert, massiv zu kontrollieren, wo noch alte Käfiganlagen betrieben werden. Wo das nicht der Fall ist, fordern wir harte Strafen.

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